Biografie

Max Köhler

Max Köhler

2015 Allgemeiner Pressetext

Der Maler Max Köhler

Max Köhler war 1985 der erste moderne Heimatmaler im Landkreis Ortenau (zwischen Straßburg und Freudenstadt). Er malte bewusst provokativ althergebrachte Motive wie Bollenhutmädchen und Schwarzwaldhäuser. Aber anders als bis dahin üblich schuf er diese Motive in einer frischen, farbenfrohen Handschrift. Er riss sozusagen den üblichen naturalistischen Stil dieser Klischees ein und malte sie in einer modernen Bildersprache, die der Pop-Art verwandt ist. Das Publikum feierte ihn begeistert dafür. Die Verkaufserfolge waren enorm. Es schien, als ob dem Publikum die bis dahin übliche Häme der Künstler über klischeehafte Heimatsymbole zuwider geworden waren. Mit Köhler wurde ein Bekenntnis zur Heimat wieder salonfähig.

Köhler wurde 1942 in Pilsen im damaligen Sudetengau geboren. 1945 als Deutsche aus der wieder installierten Tschechei ausgewiesen, siedelte die Familie 1954 nach Kehl am Rhein um. Köhler machte eine Ausbildung zum Fotografen und studierte Malerei an der Freien Akademie in Mannheim. Er arbeitete lange als Fotograf und Redakteur bei Heimatzeitungen, ehe er sich als freischaffender Maler etablierte. Besonders seine Portraits fanden Anerkennung.

Die erste Ausstellung seiner Gemälde hatte er 1965 in Berlin. Es folgten mehr als 80 in ganz Europa (Europaparlament in Straßburg, Deutsche Infozentrale in Wien, Hans-Thoma-Museum in Bernau/Schwarzwald). Etwa 70 seiner Gemälde befinden sich in öffentlichem Besitz.

2015, Erika Hansen-Lorenzen, Telefon 0781/ 9903377, email: info@koehler-max.de

 

 

Zeittafel und Biografie Max Köhler

1942 geboren in Pilsen

1945 Ausweisung ? der Familie aus der Tschechei (konnte nicht geklärt werden, ob die Familie nicht freiwillig die Tschechei verließ, weil ihre Verwandten als Sudetendeutsche ausgewiesen wurden)

1945 Ansiedlung in München
1948 Volksschule in München
1952 Klenze-Gymnasium in München
1954 Übersiedlung der Familie nach Kehl am Rhein
1954 Volksschule in Kehl
1956 Fotografenlehre in Karlsruhe bei dem Portraitfotografen Rausch&Peßter.
1957 Fotografenlehre in Offenburg bei Stober in der Abteilung Industrie- und Reportagefotografie
1959 Schüler an der Freien Kunst-Akademie in Mannheim (Malklasse des Professors Berger-Bergner. Berger war vor dem Krieg Schüler der Kunsthochschule Dresden. Kannte er Kokoschka und Dix? Laut Max hat er viel von ihnen erzählt)
1960 Freiwilliger Soldat
1962 Schüler an der Akademie in Mannheim
1963 Freier Maler in Berlin
1967 Fotoreporter beim „Offenburger Tageblatt“
1973 Fotoreporter bei der „Stuttgarter Zeitung“
1975 Freier Mitarbeiter beim „Badischen Tagblatt“
1976 Volontär beim „Badischen Tagblatt“
1978 Redakteur beim „Badischen Tagblatt“
1980 Redakteur beim „Schwarzwälder Boten“
1988 bis heute freier Maler – lebt in D-77746 Schutterwald bei Straßburg

2015 am 22. Juli gestorben an Herzversagen

Fotograf, Redakteur, Maler und Schriftsteller

Deutsch - English - Français

Heimatreporter, Heimatredakteur, Heimatmaler und Heimatschriftsteller

Der Maler Max Köhler wurde am 17. November 1942 als Sohn eines deutsch-böhmischen Kaufmanns und einer südfranzösischen Kaufmannstochter in Pilsen geboren. Nach Gymnasium in München und einer Fotografenlehre in Karlsruhe und Offenburg (Baden), studierte er 1959 und 1962/63 Malerei an der Freien Akademie in Mannheim bei Professor Berger-Bergner, einem Sohn des Leiters der ehemals kaiserlichen Gemäldesammlungen in Prag (siehe auch "Die Kunst der verschollenen Generation", erschienen im Münchener Econ-Verlag). Nach vier Jahren als Freier Maler in Berlin (1963-1967) arbeitete er als Fotoreporter beim "Offenburger Tageblatt" und bei der "Stuttgarter Zeitung” (1967 bis 1973) sowie als Textredakteur (Badisches Tagblatt und Schwarzwälder Bote). Seit 1988 lebt er als hauptberuflich freischaffender Maler, heute in Schutterwald bei Offenburg.


Nach einem expressiven malerischen Frühwerk, das überwiegend aus Portraits besteht (Berlin), widmete er sich etwa Mitte der achtziger Jahre zunehmend der Landschaft Mittelbadens. Kennzeichnend für seinen Spätstil ist ein farbkräftiger romantischer Realismus (siehe auch "Max Köhler – Tradition und Moderne", erschienen im Reiff-Schwarzwaldverlag, Offenburg).


Köhler bestritt etwa 80 Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich, darunter im Europa-Parlament in Straßburg, in der Deutschen Zentrale für Touristik in Wien, im Hans-Thoma-Museum Bernau und im Museum Vogtsbauernhof  Gutach/Schwarzwald. Ab 1983 unterbrachen jeweils etwa sechsmonatige Studienaufenthalte in Straßburg, Freiburg, Aix-en-Provence, Soultz (Oberelsaß) und Altenburg (Thüringen) sein Berufsleben bzw. seine Atelierarbeit. Etwa 70 seiner Werke befinden sich in öffentlichem Besitz.

 

Köhler betätigte sich auch als Illustrator ("Böse Geschichten aus dem Bollenhutland", "Wundersame Heimat Ortenau") und Schriftsteller ("Liebe", "Böse Geschichten aus dem Bollenhutland", "Lieben in Straßburg" sowie seine Autobiografie "Kraut und Rüben").

Insgesamt kann man bei Köhler von einer Zweifachbegabung sprechen, wenn auch bei der Talentverteilung die Malerei eindeutig bevorzugt wurde. Hier gelang ihm eine Mischung aus Romantik und starkfarbiger, fast skizzenhafter Moderne, die besonders das Gefühl der Einsamkeit betont (Schneebilder). Manche sprechen deshalb auch von einem autistisch belasteten Köhler. Auf seinen Landschaftsgemälden und Städtebildern sucht man jedenfalls Menschen vergeblich. Seine  Portraits aus seiner Berliner Zeit haben einen fast forschenden Charakter, als ob er sich vergewissern wollte, dass er eine Spezies vor sich habe, mit der er verwandt ist. Köhlers Bildnisse entwickelten erst in späteren Jahren jene heitere Gelöstheit, die besonders seine Kinderbildnisse auszeichnet.

Ein besonderes Kapitel sind Köhlers zahlreiche Bollenhutbilder. Hier scheint der eigentliche Bollenhut eine Nebenrolle zu spielen.  Wieder hat man den Eindruck, dass er auf den Gesichtern der Trachtenträgerinnen menschliche Gefühlsregungen zu entdecken sucht, als ob er sich in ein fremdes Land vortastete. Gerade diese genauen und sehnsuchtsvollen Notate sind es aber, die Gesichter von wunderbarer Ausdruckskraft und Schönheit entstehen ließen.

Es sind meiner Meinung nach bei Max Köhler Wörter auszugraben, wie wir in der Beurteilung der modernen Malerei des 20.Jahrhunderts, eines Jahrhunderts fürchterlicher Kriege und Gräuel, fast schon vergessen haben: Schönheit und Sehnsucht. "Sehnsucht nach Ruhe und Harmonie", überschrieb die Lahrer Kunstkritikerin Georgis Zwach Köhlers Malerei. Insgesamt gilt Köhler heute weltweit als der Erneuerer und Modernisierer der Trachten- und Heimatmalerei. Das beweist die Zustimmung, die er in dem internationalen InternetKunstportal "Artoffer" täglich erhält.

Lassen Sie mich mit einem tief in die Herzen gehenden Wort des italienischen Philosophen Giorgio Agamben schließen, das gut auf Köhlers Malerei passt: "Das Schweigen eines schönen Gesichts ist die Heimat des Menschen". In Köhlers Bildnissen und Landschaften haben wir unsere Heimat gefunden.

August 2009 - Erika Hansen-Lorenzen

 

 

Photographer, editor, painter and writer

Deutsch - English - Français

Regional reporter, regional editor, regional painter and regional writer

The painter Max Köhler was born on 17 November 1942 in Pilsen as the son of a German-Bohemian merchant and a southern French merchant's daughter. After secondary school in Munich and an apprenticeship as a photographer in Karlsruhe and Offenburg in Baden, he studied painting in 1959 and 1962/63 at the Free Academy in Mannheim with Professor Berger-Bergner, a son of the director of the former Imperial Painting Collection in Prague (cf. also Die Kunst der verschollenen Generation (The Art of the Lost Generation) published by Econ in Düsseldorf). After four years as a freelance painter in Berlin from 1963 to 1967, he worked as a photo reporter at the Offenburger Tageblatt and at the Stuttgarter Zeitung (1967-1973), as well as a copy editor at the Badisches Tagblatt and Schwarzwälder Bote. Since 1988 his main occupation has been that of a freelance painter, living today in Schutterwald near Offenburg.

After an expressive early phase of his painterly work in Berlin consisting mainly of portraits, he devoted himself from about the mid-1980s ever more to the landscape of Central Baden. Characteristic for his late style is a vibrantly coloured romantic realism (cf. also Max Köhler – Tradition und Moderne (Max Köhler – Tradition and Modernity) published by Reiff-Schwarzwaldverlag in Offenburg).

Köhler has had about 80 exhibitions in Germany, France, Switzerland and Austria, including at the European Parliament in Strasbourg, at the German Central Bureau for Tourism in Vienna, at the Hans Thoma Museum in Bernau and at the Museum Vogtsbauernhof in Gutach in the Black Forest. From 1983, six-month periods of study in Strasbourg, Freiburg, Aix-en-Provence, Soultz (Upper Alsatia) and Altenburg (Thuringia) interrupted his professional work in the studio. About 70 of his works are owned by public institutions.

Köhler has also been active as an illustrator (Böse Geschichten aus dem Bollenhutland (Evil Stories from Pompon-Hat Land), Wundersame Heimat Ortenau (Wonderful Home Ortenau) and a writer (Liebe (Love), Böse Geschichten aus dem Bollenhutland (Evil Stories from Pompon-Hat Land), Lieben in Straßburg (Loving in Strasbourg) and his autobiography Kraut und Rüben (All Over the Place).
On the whole it can be said that Köhler has a double talent, although in the distribution of these gifts painting was clearly favoured. Here he has succeeded in attaining a mixture of romanticism and vividly coloured, almost sketchy modern art that emphasizes especially the feeling of loneliness (snow paintings). Some have therefore spoken of a Köhler burdened by autism. In any case, one looks in vain for people in his urban and landscape paintings. Portraits from his time in Berlin have an almost investigative character, as if he wanted to reassure himself that he had a species before him to which he was related. Only in later years have Köhler's images developed that cheerful relaxedness characterizing particularly his children's illustrations.

Köhler's numerous pompon-hat paintings are a special chapter. Here, the pompon hat proper seems to play a minor role. Again you get the impression that he is trying to discover on the faces of the women wearing traditional costume signs of human feeling, as if he were feeling his way forward into a strange country. Precisely these precise notations full of yearning, however, are what allow these faces with wonderful expressive power and beauty to emerge.
In my view, words can be excavated from Max Köhler on how we have almost forgotten beauty and longing in the appraisal of modern art of the twentieth century, a century of terrible wars and atrocities. "A yearning for calm and harmony," attested the Lahr art critic Georgis Zwach with regard to Köhler's painting. Today Köhler is regarded worldwide as a revitalizer and modernizer of the painting of traditional costume and folk heritage. This is proven by the approval he enjoys daily at Artoffer, the international internet art portal.

Allow me to close with a thought from the Italian philosopher, Giorgio Agamben, that goes to the heart and fits Köhler's painting admirably. "The silent reticence of a beautiful face is the homeland of humanity." In Köhler's portraits and landscapes we have found our homeland.

 Max Koehler is the brother of Prof. Dr. Georges Köhler, winner of the Nobel Prize for Medicine 1984. 

August 2009 -  Erika Hansen-Lorenzen

Photographe, journaliste, peintre et écrivain

Deutsch - English - Français

Reporter, journaliste, peintre et écrivain : un homme attaché à sa région

Le peintre Max Köhler est né le 17 novembre 1942 à Plzen. Son père est un commerçant allemand originaire de Bohème et sa mère la fille d’un commerçant du sud de la France. Après des études au lycée à Munich, il apprend la photographie à Karlsruhe et à Offenburg (Bade). Il étudie la peinture en 1959 puis en 1962 et 1963 à la Freie Akademie de Mannheim dans la classe du professeur Berger-Bergner, un fils du directeur de l’ancienne collection impériale de peinture de Prague (cf. Die Kunst der verschollenen Generation [L’art de la génération disparue], paru chez Econ à Düsseldorf). Pendant quatre ans (1963-1967), il travaille comme artiste peintre à Berlin, puis devient reporter photographe au Offenburger Tageblatt et au Stuttgarter Zeitung (1967 bis 1973) et journaliste au Badisches Tagblatt et au Schwarzwälder Bote. Depuis 1988, il vit de sa peinture et s’est installé à Schutterwald près d’Offenburg.

Ses premières peintures sont expressives, il se consacre essentiellement au portrait (Berlin). À partir du milieu des années quatre-vingts, il réalise de plus en plus de paysages du Bade moyen. Ses œuvres tardives se caractérisent par un réalisme romantique haut en couleurs (cf. Max Köhler – Tradition und Moderne [Max Köhler – Tradition et modernisme], édité par Reiff-Schwarzwaldverlag à Offenburg).

Max Köhler a exposé une cinquantaine de fois tour à tour en Allemagne, en France, en Suisse, en Autriche, notamment au Parlement européen à Strasbourg, au Bureau central du tourisme en Allemagne à Vienne, au musée Hans-Thoma à Bernau et au musée Vogtsbauernhof à Gutach en Forêt-Noire. À compter de 1983, des séjours d’études de six mois environ à Strasbourg, Fribourg-en-Brisgau, Aix-en-Provence, Soultz (Haute-Alsace) et Altenburg (Thuringe) interrompent sa vie professionnelle, plus exactement son travail en atelier. Environ soixante-dix de ses œuvres sont en possession d’organismes publics.

Max Köhler s’est affirmé aussi en tant qu’illustrateur (Böse Geschichten aus dem Bollenhutland, Wundersame Heimat Ortenau) et écrivain (Liebe, Böse Geschichten aus dem Bollenhutland et Kraut und Rüben, son autobiographie).

On peut dire que Max Köhler est doublement doué, même si la peinture a été nettement favorisée lors de la répartition des talents. Dans ses tableaux, il réussit à mélanger le romantisme et un modernisme aux couleurs fortes, presque réduit à l’esquisse, qui exprime notamment un sentiment de solitude (paysages enneigés). Certains disent que Max Köhler porte le fardeau de l’autisme. En tout cas, on cherchera en vain des personnages dans ses peintures représentant des paysages ou des villes. Les portraits qui datent de son séjour à Berlin ont un caractère presque inquisiteur, comme s’il voulait s’assurer qu’il a véritablement devant lui une espèce à laquelle l’unit un lien de parenté. Ce n’est que l’âge venant que Max Köhler peint des portraits qui manifestent une atmosphère détendue et gaie, qui se dégage particulièrement de ses portraits d’enfants.

Les chapeaux à gros pompons rouges de la Forêt-Noire constituent un thème particulier de l’œuvre de Max Köhler. Ces chapeaux semblent n’y jouer, en fait, qu’un rôle secondaire. Là encore, on a l’impression qu’il essaye de découvrir des émotions sur les visages des femmes qui les portent, comme s’il s’avançait à tâtons en pays inconnu. Mais ce sont précisément ces annotations précises et impatientes qui font naître des visages formidablement expressifs et beaux.

A mon avis, on peut déterrer dans l’œuvre de Max Köhler des mots que nous avons quasiment oubliés lorsque nous considérons la peinture moderne du XXe siècle, un siècle marqué par des guerres et des atrocités effroyables. Ces mots sont : beauté et désir. Georgis Zwach, la journaliste d’art de Lahr, a intitulé la peinture de Max Köhler « Un désir de calme et d’harmonie ». D’une manière générale, Max Köhler est considéré dans le monde entier comme le rénovateur et le modernisateur de la représentation des costumes régionaux et de la peinture régionaliste. C’est ce que prouve le succès qu’il rencontre quotidiennement sur le portail international de vente par Internet « Artoffer ».

Permettez-moi de conclure par une citation du philosophe italien Giorgio Agamben qui va droit au cœur et qui s’accorde bien avec la peinture de Max Koehler : « Aussi le silence du visage est-il la vraie demeure de l’homme ». Nous avons trouvé notre demeure dans les portraits et les paysages de Max Köhler.

Max Koehler est le frère du Prof. Dr. Georges Köhler, lauréat du prix Nobel de médecine 1984.


Août 2009 - Erika Hansen-Lorenzen

 

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