Neues Tagebuch von Erika Hansen-Lorenzen ab 2010

 

Januar 2017

Es ist kaum zu glauben, so lange schon hab ich nichts mehr geschrieben! Aber es gab auch allen Grund, ich war so beschäftigt,  hab nämlich wieder angefangen mich in Sachen Kunst intensiv einzubringen. Und es macht mir wirklich sehr viel Freude, neue Kunst und Künstler kennenzulernen und etwas zu organisieren.

Ende Oktober dann gab es eine Ausstellung mit einem "Fremdkünstler" in Offenburg in den GALLERIES, das ist die Galerie von Uli Marx in der Kittelgasse. Thomas Oehm, ein Maler, der schon seit vielen Jahren in Paris lebt und arbeitet. Ich hatte seine Kunst im Frühjahr 2016 kenenngelernt und sie hat mich fasziniert. Obwohl oder vielleicht weil sie komplett anders ist, als das was wir von Max kennen. ,Aber man spürt in den Bildern sehr viel, die Kraft, den Willen, den dieser Mann in seine Arbeiten einbringt. Gleichzeitig sind die Zeichnungen sehr fein, feinfühlig, und man kann sich darin gänzlich verlieren. Entdeckt immer wieder etwas Neues. Sie berühren. Und was soll ich sagen, es gab und gibt sehr große Zustimmung für seine Arbeiten. Die Vernissage war ein schöner Erfolg, die Galerie war restlos voll, die Stimmung war sehr angenehm. Jetzt darf ich diesen Künstler weiter betreuen, weiter mit seine Bildern arbeiten. Es gibt auch bereits 2 Ausstellungszusagen für die Schweiz und die Pfalz - ich werde davon dann berichten.

Durch diesen Maler habe ich dann andere Künstler kennengelernt und vor allem habe ich auch Kontakte in die Musikszene in Paris bekommen. Ich liebe Jazz, und konnte einige gute Jazzer hören. So ist dann auch der Wunsch entstanden,  Verbindungen zwischen Paris und Offenburg in der Kunstszene herzustellen. Und bin bereits auf dem Weg dazu - auch davon werde ich berichten, wenn es spruchreif ist.

Und das letzte Erwähnenswerte ist noch der MAX-KÖHLER-FÖRDERPREIS für Kunst und Musik, der im Oktober 2016 zum ersten Mal vergeben wurde (im Beisein von Max jüngster Tochter, sie und ihr Mann haben sich bereit erklärt, dafür zu sorgen, dass es weitergeht, wenn ich mal nicht mehr kann oder bin. Dass das alles organisatorisch so wunderbar problemlos gelaufen ist, verdanke ich dem KIWANIS-Club, der ja bekannt ist dafür, Mittel und Wege zu finden, Geld zu sammeln, damit Kindern, Jugendlichen und Organisationen geholfen werden kann. Das sind 1.000 € jedes Jahr, der MKFP ging dieses Jahr an die Förderklasse der Georg Monsch Schule, dafür wurden kindgerechte Instrumente bzw. Umbauteile für Instrumente gekauft, damit mehr Kinder Musik erlernen können.

Im März 2017 wird es dann eine Retrospektive mit Max Bildern geben. Die Nachfrage nach seinen Bildern ist groß, aber es gibt halt keine neuen mehr. Aber ich werde mich bemühen, auch in diesem Jaher wieder eine oder zwei gute Ausstellungen nach Offenburg zu holen.

Ihr seht, es war ein erfolgreiches Jahr 2016 für mich und für die Kunst. Ach ja, die Wolfacher Weihnachtseddition gabs auch wieder mit einem limitierten Bollenhutdruck (witzigerweise waren schon 30 Bestellungen da, da war das Bild noch nicht mal gedruckt).

Ich danke euch für eure Geduld und euer Wohlwollen, diesmal wirklich bis bald - es passiert derzeit so viel Positives....

Herzlichst

Erika

 

 

5. August 2016

Liebe Freunde,

es waren sehr heftige Wochen, mit Auf's und Ab's in Sachen Buch, aber jetzt ist alles "überstanden".

Ich habe mich dann doch entschieden, alles in einem kleineren Rahmen zu halten und nur Weggefährten von Max dazu zu laden. Ein schöner, würdiger Rahmen ("Maurers Kaffeewelten", Max Lieblings-Café), wie man immer wieder betonte, (sh. Fotos). Vor allem nicht voll Melancholie, wir haben viel gelacht. Und das Feedback, das ich mittlerweile zum Buch selbst erhielt, ist ebenfalls sehr positiv - vor allem die Freunde, die mit Max in der gleichen Zeit hier in Offenburg aktiv waren (7oer Jahre) haben viel zu schmunzeln. Ich kann jedem nur raten, es zu lesen. Und bitte kauft im örtlichen Buchhandel (Roth), bei mir gibt es das nicht.

Mir ist eine große Last genommen, der Blick ist nicht mehr nur nach hinten gerichtet. Und ich kann euch sagen - Pläne habe ich unendlich, mit Max, aber auch einige neue, immer aber mit Kunst. Darauf freue ich mich ganz besonders, denn ich glaube, Offenburg braucht da eine „Frischzellenkur“ – war eigentlich immer nur hintendran, Bürokratiekultur halt. Und ich bin seit fast 30 Jahren mit Kunst befasst, unvoreingenommen und offen.

Ich werde davon berichten, wenn's konkret wird. Vor allem aber danke ich all den Freunden die mich tatkräftig und emotional so lieb unterstützt haben - schön, dass es euch gibt.

Liebe Grüße

Erika

 

 

 

5. Juni 2016

Liebe Freunde,

wie oft habe ich schon von Max' letztem Buch gesprochen und dass ich damit in der Mache sei. Aber jetzt ist es fertig und beim Verlag/in der Druckerei. Jetzt suche ich noch nach einem Termin bzw. einem Ort um es vorzustellen - möglichst nicht in den Ferien.  Sobald ich es geschafft habe, werde ich alle Freunde von Max und seinen Bilder dazu herzlich einladen.

Ich freue mich riesig darauf.

Bis dann

Erika Hansen-Lorenzen

 

 

24. März 2016

Liebe Freunde,

der Eine oder Andere hat sich vielleicht gewundert, dass so plötzlich alle Texte seit eben 1.Januar verschwunden sind. Ganz einfach erklärt: es gab ein Problem mit der Homepage bzw. dem Provider, sie war von heute auf morgen plötzlich nicht mehr vorhanden. Und ich habe es lange nicht bemerkt, da ich ja auch nicht jeden Tag auf die homepage gehe. Dieses Schreckgespenst bereitete mir einige schlaflose Nächte und es bedurfte der Hilfe zweier Administratoren, dass die Seite, und vor allem alle Texte wieder hergestellt werden konnte. Dass dann einige wenige Beiträge fehlten, war das geringste Übel.

So, und jetzt versuche ich noch einmal, die letzten Wochen Revue passieren zu lassen. Also, die Ausstellung in Gutach war ein schöner Erfolg.

Dann hatte ich, glaube ich, erzählt, dass Max das Manuskript für ein Buch hinterlassen hat. Eigentlich sollte ich es Anfang des Jahres 2015 schon lektorieren, aber die Zeit lief uns durch Max Gesundheitszustand einfach davon. Seit Herbst sitze ich jetzt daran und bin fast fertig damit, ich denke es vielleicht um Pfingsten herausgeben zu können, werde aber rechtzeitig davon berichten. In diesem Zusammenhang möchte ich auch ausdrücklich die Zusammenarbeit mit (französischen) Gemeinden, Organisationen und Privatpersonen betonen, die ich zur Bebilderung dieses Buchs um Fotos gebeten habe. Es war wundervoll unkompliziert und sehr herzlich. Dafür auf diesem Weg auch nochmals meinen Dank. Jetzt habe ich hoffentlich die Neugierde auf dieses Buch geweckt? Da Max u.a. über seine Heimat (Offenburg, Ortenau und Elsass) spricht, ist es glaube ich, auch wirklich sehr interessant und gibt Informationen über so manches, was sich hier so abgespielt hat, früher und heute.

Und im Zuge dieser Beschäftigung habe ich entschieden, zwei Bücher zu machen: eben das erste (s.o.) ausschließlich mit den Texten von Max, einigen seiner Weggefährten in fast 50 Jahren, und einer wirklich sehr kleinen Biografie von mir. Und durch die Beschäftigung mit diesem Buch haben sich Dinge ergeben, die mich dazu veranlasst haben, die Biografie in einem zweiten separaten Buch zusammenzufassen:   Eine Cousine von Max, sie lebt in Paris, hat alle Briefe gefunden, die Max Mutter ihrer Schwester seit 1931 ! geschrieben hatte. Und ich durfte sie mir in Paris abholen, um sie zu übersetzen (Max Mutter war ja aus Süd-Frankreich) und zu lesen. Das war sehr spannend, denn Max Eltern haben sich damals in Paris kennengelernt und so sind diese Briefe Zeitdokumente darüber, was passierte, als die Deutschen in Frankreich einmarschierten. Und natürlich, wie es dann geschah, dass Max letztendlich in Pilsen zur Welt kam. 

Doch das wird dauern, es ist noch viel Recherche notwendig. Dafür fahre ich demnächst auch nach Perpignan, dort lebt die letzte Zeitzeugin, Max andere Tante, heute 88 und sie freut sich, die Lücken zu füllen, die sich aufgetan haben. Und ich kann Erinnerungen mit Max auffrischen an unsere gemeinsame Zeit in Südfrankreich - ihr erinnert euch vielleicht. Jedenfalls freue ich mich sehr auf diese Begegnungen, die Familie wiederzusehen .......

Es war für mich auch wunderbar, zu sehen, wie viele Menschen sich an Max erinnern und Kontakt mit mir in den inzwischen schon 8 Monaten aufgenommen haben. Dafür meinen herzlichen Dank, es hat mir sehr gutgetan und ich glaube, Max hat nicht gewusst, dass er so viele wohlmeinende Freunde und Bekannte hatte.

Zwei neue Galerien haben inzwischen auch den Wunsch nach einer Ausstellung angemeldet, aber es fällt mir nach wie vor schwer, mich von Max' Bildern zu trennen - vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Aber ihr seid jederzeit herzlich willkommen, wenn ihr Bilder betrachten wollt. Bitte unbedingt vorher anrufen.

Jetzt freue ich mich erst mal, einen wieder funktionierenden PC zu haben und hier weiter schreiben zu können.

Bis demnächst

Erika

 

1. Januar 2016

Liebe Freunde,

ich wünsche Allen für dieses neue Jahr von Herzen alles Gute, vor allem Gesundheit. Und ich wünsche mir für alle Menschen, dass sie wieder lernen zufrieden zu sein, dass es keinen Neid und keine Missgunst mehr geben möge, so dass jede Art von Streit vermieden werden würde.

Bei uns hat sich eigentlich nichts Neues ergeben, ich sitze fleißig über Max gesammelten Texten und versuche zu ordnen, lektoriere und suche dazu passende Fotos in allen Archiven Offenburgs. Für mich eine beglückende Beschäftigung, denn obwohl Max und ich in den fast 30 Jahren viel geredet haben über Gott und die Welt, erfahre ich auch manches Neue, vor allem persönliche Eindrücke. Was letztendlich irgendwie in dieses Buch einfließen wird.

Die Weihnachtsedition von einem Bollenhut-Motiv in Wolfach war ein voller Erfolg. Am Vernissage-Abend waren schon fast alle Drucke verkauft und bis zum darauffolgenden Wochenende waren alle weg! Möge das in den nächsten Jahren so bleiben. Ich freue mich sehr für den Verein. Die Spielzeug-Ausstellung ist auch wirklich sehenswert, das haben mir alle berichtet, die sie besuchten. Sie dauert noch bis Ende Februar.

Die Ausstellung in Gutach geht jetzt am 6. mit einer Lesung um 16 Uhr in die letzte Runde (bis 17.Januar). Für Max war es eine schöne Sache. Ich habe auch mir unbekannte Menschen dort getroffen, die ihn und seine Bilder kannten und schätzten. Wer das Museum noch nicht kennt, dem empfehle ich einen Besuch - die Gemälde von Malern der Gutacher Künstlerkolonie lohnen ihn. Man erfährt hier auch viel über den Bollenhut; die Mitglieder des Vereins, der das Museum unterhält, geben gerne Auskunft.

Liebe Grüße

Erika

 

17. November 2015

Vorweihnachtszeit in Wolfach

Wie jedes Jahr bietet der Verein "Kultur im Schloss" wunderschöne Veranstaltungen mit vorweihnachtlichem Charakter. Die erste vor 2 Jahren hat mich sehr berührt: man hat gemeinsam mit allen Menschen, die mitmachen wollten, Sterne gebastelt, Weihnachtslieder gesungen- ganz so wie man es von früher her kannte. Und das ohne Kostenbeteiligung! Und, das muss auch einmal gesagt werden, die Macher sind alle sehr sehr nett, es ist wie eine kleine Familie ........

Auch dieses Jahr hat man in Wolfach wieder etwas phänomenales auf die Beine gestellt: eine Ausstellung von altem Spielzeug aus mehreren Jahrhunderten. Was ich bisher gesehen habe, ist ganz fantastisch. Da schlagen nicht nur Kinderherzen höher. Zu erleben ist diese Ausstellung vom 27.11. (Vernissage) bis zum 28.2.2016 immer am Samstag und Sonntag, sowie am 25.12., 26.12., 1.1., und 6.1. von 14-17 Uhr im Schloss in Wolfach.

Und ab dem 27. November gibt es dort auch eine Sonder-Edition von einem Bollenhut-Motiv von Max zu kaufen.

Vorgeschichte: Vor 2 Jahren hat das Museum im Schloss Wolfach eine wunderbare und erfolgreiche Ausstellung mit Max' Bildern organisiert. Dazu muss man wissen, dass das Museum von einem gemeinnützigen Verein geführt und gemanagt wird, der aus lauter Ehrenamtlichen besteht. Alles, was eingenommen wird, fließt zurück in die Museumsarbeit. Uns hat das Modell so beeindruckt, dass Max damals spontan versprochen hat, ein Poster zur Verfügung zu stellen, dessen Verkaufserlös zu 100% an den Verein geht. Jetzt hat der Verein auf dieses Angebot zugegriffen und ich habe mir erlaubt, es noch ein wenig zu erweitern - nämlich eine Edition draus zu machen. Fünf Jahre lang gibt es immer zu Weihnachten ein bestimmtes Motiv, das sich der Verein selbst aussuchen kann, und das es sonst nirgends geben wird! Auf 230g Papier gedruckt, Format 50x60cm, Auflage 50 Stück, nummeriert, zu einem Super-Preis. Verkaufserlös geht zu 100% an den Verein. Auch ein schönes Weihnachtsgeschenk........

Näheres, auch zu Sonderaktionen in der Vorweihnachtszeit - geplant sind Weihnachtslieder singen, basteln, Kasperletheater usw. - findet ihr unter folgendem Link: http://www.kultur-im-schloss.org/

Ein Besuch lohnt sich bestimmt

Liebe Grüße Erika

 

10. November 2015

Ausstellungsbeteiligung im Museum Hasemann-Liebich in Gutach

Liebe Freunde,

hier jetzt die Daten zu der Ausstellung "Die Tracht im Spiegel der Kunst" :

Vernissage ist am 22. November 2015 um 11 Uhr in den Räumen des Museums. Sie sind alle ganz herzlich eingeladen. Die Ausstellung dauert dann bis 17. Januar 2016 und ist geöffnet mittwochs, sonn- und feiertags (außer am 25.12.) immer von 14 bis 17 Uhr. Parkmöglichkeiten gibt es rings ums Museum.

Es gibt einen Flyer zum Museum (mit Anfahrtsskizze). Wer will, kann ihn bei mir anfiordern und ich maile ihn weiter.

Liebe Grüße Erika

 

18. Oktober 2015

Liebe Freunde,

Es wird wieder eine Winter-Ausstellung geben. Und zwar hat letzte Woche auch das Kunstmuseum Hasemann-Liebich in Gutach angefragt. Man veranstaltet eine Ausstellung zum Thema "die Tracht im Spiegel der Kunst" und hätte dazu gerne einige Exponate von Max eingebunden.

Ich hatte mit Herrn Naudet, dem derzeitigen Leiter, ein sehr nettes Gespräch, dem ich entnehmen konnte, dass er noch nichts von Max' Tod wusste. So ist die Anfrage noch wertvoller, sie hätte Max glücklich gemacht.

Er hat auch etwas sehr Schönes zu Max' Bollenhutbildern gesagt : "Max Köhler stellt die Tracht sehr würdevoll dar."

Näheres zur Ausstellung weiß ich noch nicht, nur soviel, dass sie am 22. November beginnen soll. Ich werde euch rechtzeitig informieren, und würde mich sehr freuen, euch vielleicht dort zu treffen.

Liebe Grüße

Erika

 

11. Oktober 2015

Oft habe ich in den letzten Wochen den Satz gehört: "Die großen Maler/Künstler sind erst nach ihrem Tod wirklich berühmt geworden". Und was ein Hohn, tatsächlich kamen jetzt Anfragen von 2 auswärtigen Museen!

Schon im Nachruf des Offenburger Tageblatts ("Köhler war erfolgreich, seine Bilder national und international gefragt") habe ich geglaubt, meinen Augen nicht trauen zu können! Da sagte doch ein "Künstler-Kollege", der ihn vor Jahren in seinem Zeitungsartikel noch mit den "Klostertalern" (ihr wisst schon, diese Volksmusiker) verglichen hat, heute: "Köhlers besondere Darstellung bewahre die »tiefen Emotionen und die Vertrautheit, die wir mit dem Begriff Heimat verbinden«. Köhler »versteht auf geheimnisvolle Weise mit wenigen gekonnten Strichen und einer kontrastreichen, leuchtend-hellen Farbigkeit typische Motive der Region in ein modernes Licht zu transferieren". Aus dem Offenburger Museum verlautete man sogar: "Bezeichnend ist, dass er beim Figürlichen geblieben ist, selbst in Zeiten der Abstraktion"....... Kein Kommentar dazu.

Nun ja, das ist typisch, jetzt ist das Thema "Heimat" salonfähig, jetzt kann man sogar in der Provinz öffentlich eingestehen, man sei ja eigentlich schon immer dafür gewesen. Ich will jetzt aber keine Rundumschläge verteilen, das würde Max nicht gewollt haben. Selbst wenn er noch so angegriffen wurde, meinte er: "Die können doch nicht über ihren Horizont schauen, sonst würden sie ja einsehen müssen, dass sie einer aussterbenden Zunft angehören mit ihrer gegenstandslosen Malerei. Und gute Bilder malen ist nicht jedem gegeben".

Erika

PS gerne schicke ich euch die Nachrufe (es sind 6) per e-mail. Sprecht mich einfach an.

 

 

Anfang Oktober 2015

Tja, das Leben geht weiter. Und so fand jetzt die erste Ausstellung ohne den Künstler statt. Im Rahmen der Oberrheinmesse.

Ausstellungen auf der Messe hatte es ja schon vor 30 Jahren (solange bin ich schon hier in der Gegend!) gegeben, dann aber lange Zeit nicht mehr. Das letzte Mal unter der Schirmherrschaft des Landrats Herrn Fehringer; Herr Brodbeck und Herr Scherer haben diese Tradition nicht beibehalten. Bedauerlicherweise, denn die Kunstschaffenden der Ortenau hatten so immer ein ganz gutes Forum, sich bekanntzumachen. Und das Landratsamt hat dann aus diesem Angebot seine jährlichen Kunstankäufe getätigt.

Außerdem gab es damals auch noch die Weihnachtsausstellung der Stadt Offenburg im Spitalspeicher, Sie erinnern sich vielleicht. Die wurde etwa zur gleichen Zeit wegrationalisiert, bzw. durch die "Ausstellungsmacher" (das waren die Museumsleiter und die wechselten auch noch sehr häufig) kaputt-juriert. Die kamen nämlich ab den 80er Jahren alle von irgend einer Kunsthochschule und brachten die Meinung mit, dass diese Art Kunst, die bei diesen Weihnachtsausstellungen gezeigt wurde, nicht mehr zeitgemäß sei und haben die zu der Zeit "moderne" Kunst durchgesetzt. Was der Ausstellungsbesucher prompt mit Nichtachtung der Ausstellung honorierte und man die Weihnachtsausstellung "mangels Interesse" einschlafen lassen konnte.

Jetzt organisierte diese Ausstellung auf der Messe ein privater Kunstfreund - und -manager, Uwe Baumann, mit seiner IDEENWERKSTATT, gefördert von der Brauerei Rothaus und der Veranstaltungsgastronomie Dietz-Gorges. Und, wie schon in Lahr im zeit.areal hat man den Besuchern unter dem Motto "Kosmos Schwarzwald" eine neue Ansicht auf den Schwarzwald, von meist jungen Künstlern, geboten. Und ich fand, es war wirklich gelungen, was mir viele Besucher und Betrachter der Ausstellung auch bestätigten, denn es war nicht mehr die "moderne" Kunst der 80er/90er und 2000 Jahre, sondern durchaus wieder gegenständliche - was ja in der Welt außerhalb der Ortenau bereits seit 20 Jahren an der Tagesordnung ist.

Max' Bilder waren dieses Mal nur zum Betrachten und nicht zum Kaufen da (wie im Beitrag vorher erklärt, sind der Erb-Prozess und die Inventur mit dem Finanzamt noch nicht abgeschlossen). Danach dann gibt es aber nochmal ein paar Bilder von Max zu erwerben. Ich möchte allerdings aus allen seinen Schaffensphasen repräsentative Bilder behalten. Aber ich werde euch das hier berichten bzw. Interessenten informieren, die ich jetzt erst mal vetrösten musste.

Es ist ein schöner Trost, Max Bilder bei Menschen zu wissen, die sie gerne um sich haben, mit ihnen viele Jahren leben und sich immer daran erfreuen. Die meisten haben Max ja auch persönlich gekannt, oft viele Jahrzehnte lang. So weiß ich, dass Max so schnell nicht vergessen sein wird.

Dazu wird auch das Buch beitragen, das Max im Laufe seines letzten Jahres geschrieben hat. Inhalt ist u.a.die Geschichte am Oberrhein, verknüpft natürlich - wie könnte es anders sein - mit Max' eigener Geschichte - in dem ihm eigenen und unverwechselbaren offenen Stil. Im Zusammenhang mit der Recherche (ich werde das Buch jetzt erst redigieren, lektorieren und verlegen) habe ich viel Spannendes erfahren und erlebt. Davon berichte ich dann aber zu einem späteren Zeitpunkt.

Jetzt wünsche ich Allen eine gute Zeit

Erika Hansen-Lorenzen

 

September 2015

Meine Zeitrechnung hat am 22. Juli neu begonnen, nun sind schon fast 2 Monate vergangen.

Ich schlage mich mit der Bürokratie ganz wacker - es ist ganz schön viel zu tun. Vor allem, da wir, Max mit seiner Malerei genauso wie meine Tätigkeit als seiner "Managerin", ein Gewerbebetrieb waren, die jetzt geschlossen werden müssen. Das bedeutet für mich, so etwas wie eine Inventur zu machen (das Finanzamt bekommt da ja auch noch etwas ab). Und das ist aufwändig und braucht seine Zeit, muss aber von meiner Seite bis zum 25. September (vor der beginnenden Ausstellung) erledigt sein.

Mit der Beschäftigung mit Max und seinen Bildern kommen natürlich die Erinnerungen und Emotionen hoch, aber es kommen auch Ideen, wie es weitergehen könnte. So habe ich mich u.a. entschlossen, ein Archiv über (möglichst) alle Bilder, die Max je gemalt hat, anzulegen. Das wird zwar frühestens Ende nächsten Jahres beginnen, aber ich bitte schon jetzt alle, die diese Zeilen lesen und im Besitz eines oder mehrerer Gemälde von Max sind, sich vielleicht irgendwann bei mir zu melden. Ich käme dann mit der Kamera vorbei und würde die Bilder fotografieren und erfassen - doch das ist erst eine Prognose, und wer weiß schon, was bis dahin alles geschieht.

Jetzt habe ich die letzten Fotos von Max gespeichert und stelle auf der Seite "Gemälde" das letzte Foto von ihm ein. Es ist ein Selfie, das er Anfang Juni gemacht hat, es war noch in der Kamera. Man kann nicht glauben, dass ein Mensch so krank war, und trotzdem so positiv gestimmt. Wir haben damals aber auch nicht an das Sterben gedacht, nicht einmal am letzten Tag. Ihr könnt euch das bei der Betrachtung dieses Fotos sicher auch nicht denken, oder? Wir hatten so viele Tiefen in Sachen Gesundheit überwunden und glaubten bis zuletzt, dass wir auch diese Krise meistern würden. Warum sein Herz dann in den wenigen Wochen so sehr abgebaut hat (von 23% auf 0%) ist mir noch immer unbegreiflich und noch kein Arzt hat mir darauf eine befriedigende Antwort geben können - werde ich wohl auch nie erhalten.

Ich danke euch, dass ihr mit mir fühlt und vielleicht sehen wir uns mal wieder.......

Erika

 

Juli 2015

Max hat seinen Frieden gefunden.

Am 22.Juli 2015 gegen 18.30 hat sein Herz nicht mehr können.

Zum Glück konnte ich ihm seine letzten Wünsche erfüllen. Dass er bis zuletzt zuhause sein konnte, und auch den, dass er mit mir alleine seinen letzten Weg hat gehen dürfen. In Straßburg eingeäschert, habe ich seine Asche mitnehmen dürfen und wunschgemäß in den Rhein gestreut (südlich der Mimrambrücke) auf französischer Seite.

Jetzt hat er seine Freiheit wieder und doch gibt es einen Ort, an dem man von ihm Abschied nehmen und sich mit ihm verbunden fühlen kann.

Dafür danke ich vor allem seinen Töchtern von ganzem Herzen, dass sie dafür Verständnis hatten.

Dass wir ihn vermissen und nicht vergessen werden, ist müßig zu sagen.

Wir wissen, dass viele Menschen mit uns an ihn denken, all jene, die seine Bilder lieben und tagtäglich um sich haben und sich daran erfreuen.

Ich werde sein Vermächtnis hüten und nach seinem Wunsch damit verfahren. Es wird Ausstellungen geben, z.B. ab dem 26. September in der Oberrheinhalle in Offenburg (war schon vor seinem Tod ausgemacht) und dann irgendwann im nächsten Jahr, wenn das letzte Buch, das er geschrieben hat, verlegt ist und veröffentlicht wird. Es gibt noch viele Texte - philosophische Gedanken, die er sich zu allen möglichen Themen gemacht hat; oder solche zu seinem Haupt-Interessengebiet, der Geschichte am Oberrhein,  die will ich dann evtl. später zu Bänden zusammenfassen.

Ich werde auf jeden Fall hier weiter berichten, wie es um Max Ideen bestellt ist. Er lebt in mir, in uns weiter.

Alles Liebe Erika

 

 

Juli 2015 -Max und seine Gesundheit

 

Liebe Freunde,

nachdem Max mehr oder weniger den Juni und auch schon im Juli viel Zeit in verschiedenen Krankenhäusern verbracht hat - mit all den Problemen, die dieser Betrieb so mit sich bringt - hat er heute seine Hausärztin wissen lassen, dass er nie wieder in ein Krankenhaus gehen wird. Auch, wenn es bedeutet, dass man ihm ambulant nicht wird helfen können bei seinem inzwischen sehr schwachen Herzen. Er möchte einfach menschenwürdig sterben können. Wann das sein wird, weiß niemand, auf jeden Fall wird es zuhause sein.

Ich kann ihn verstehen, wenn man diesen Krankenhausbetrieb so hautnah erlebt hat. Da geht alles nach Schema F ab und weder Ärzte noch Pflegepersonal machen sich die Mühe, dir zu erlären was da so mit dir geschieht, als wärst du ein Stück Holz. Und wenn du nachfragst, gilts du als schwierig - mit Konequenzen.

So hat man Max morgens und abends Psychopharmaka verabreicht, ohne mit ihm oder mit mir zu sprechen bzw. uns zu fragen. Und das müsste man, alles andere ist illegal und Körperverletzung. Als wir durch Zufall darauf aufmerksam wurden, hatte er dieses Teufelszeug (O-Ton Dr. Wieshammer) schon fast 2 Wochen intus. Und gerade hatten wir ein solches Mittel abgesetzt, auch ein sog. "Mittel der Wahl", das so toll sein sollte, bei Max aber null Wirkung hatte. Heute lebt er ohne das und hat trotzdem keine Schmerzen mehr in den Füßen.

Jedenfalls schlagen wir uns mal wieder mit den Absetz-Erscheinugen herum; so stell ich mir Drogenentzug vor! Vor allem aber haben wir jegliches Vertrauen in die Ärzte und das Krankenhaus verloren.

Also, ich rate dringend allen Patienten und ihren Angehörigen, immer nachzufragen. Sonst wird man schnell ruhiggestellt - ist ja viel einfacher in diesem Krankenhausalltag.

Aber man wird abhängig, ob Nutzen oder nicht.

Erika

 


Februar 2015

…also, die Eröffnung der Ausstellung ist am 26.2.2015 um 19 Uhr,  Ausstellungsdauer bis zum 15. Mai, geöffnet Montag bis Freitag von 9-18 Uhr, Samstag und Sonntag von 14-18 Uhr.

Jeder Besucher ist willkommen.

 

Roth-Händle-Areal wird vermarktet

Das wunderschöne Ensemble der alten Roth-Händle-Fabrik in Lahr – es nennt sich jetzt zeit.areal - wird seit Jahren intensiv vermarktet. Herr Eckehard Ficht, der sich schon viel in Sachen Kunst eingebracht hat, ist der Motor des Ganzen. Um Besucher anzulocken oder eventuell sogar Mietinteressenten, hat er jetzt dort eine Kunst-Gemeinschaftsausstellung initiiert, Thema „Kosmos Schwarzwald“. Viele namhafte und neue Talente aus der Ortenau nehmen daran teil. Die Werbeagentur Kalisch aus Offenburg erstellt den Katalog.

Und obwohl Max eigentlich ungern bei Gemeinschaftsausstellungen mitmacht, ist er dieses Mal dabei. Lahr liegt ihm seit der Zeit, als er dort für ein paar Jahre eine Galerie mit seinen Bildern betrieben hat, sehr am Herzen.

Eröffnung ist am  26.2., aber man kann schon vorher dort herumgucken. Genaue Daten teile ich aber noch mit, bzw. es ergehen auch Einladungen. 

Es lohnt auf jeden Fall einen Blick dorthin, auch um das Konzept des zeit.areals kennenzulernen.

Erika Hansen-Lorenzen

 

November 2014

Köhler in der Kunsthalle Messmer in Riegel und in Freiburg

Liebe Freunde, 

wir haben wieder eine Winterausstellung - hat sich seit Jahren irgendwie so eingebürgert - diesmal in der Kunsthalle Messmer in Riegel. Es hat sich kurzfristig so ergeben,  deshalb gibt es auch dieses Mal keine persönlichen Einladungen.

Die Kunsthalle in Riegel hat einen guten Ruf. Dahinter steht der Sammler Jürgen Messmer, er selbst hat aber erst kürzlich Max' Bilder „entdeckt“ (im Hotel Dollenberg). 

Erinnert ihr euch noch, im Dezember 2013 habe ich berichtet von Max' Wunsch, von den BollenhutBildern Drucke machen zu lassen. Und ich meinte, wir sollten doch besser abwarten, bis der "Markt" reagiert. Das hat er jetzt: die Kunsthandlung "Rahmenladen" in Freiburg, Habsburgerstraße 82, verkauft derzeit Drucke auf Leinwand von seinen Bollenhutbildern. Gemeinsam haben wir die Methode mit den Digitaldrucken entwickelt. So ist jeder Druck einzeln ein Unikat, weil eben immer nur einzelne Bilder gedruckt werden. Und Max signiert sie noch eigenhändig, so dass dann auch klar wird, dass es von ihm kommt.

Ich bin glücklich, dass vermehrt Kunsthändler und Sammler auch außerhalb der Ortenau von Maxens Bildern Kenntnis nehmen. Er hat es verdient. Denn mittlerweile ist gerade in Südbaden so ein richtiger Hype zum Thema "Heimat" zu bemerken. Gerade in Freiburg ist das überdeutlich, da hat kürzlich eine neue Galerie eine Ausstellung zu diesem Thema gemacht. Und als ich mit dem Betreiber gesprochen habe, meinte er doch glatt, Stefan Strumbel habe dieses Thema erfunden! Dabei hatten wir doch schon Anfang der 90er eine Ausstellung mit dem Titel Heimat Ortenau und natürlich mit den jetzt überall präsenten Bollenhutbildern. Das wisst ihr selbst ja besser als jeder Kunsthistoriker oder Galerist. Bitte denkt nicht, dass wir Stefan Strumbel den Erfolg neiden, im Gegenteil, er ist ja Teil dieser Rückbesinnung auf Heimat und sozusagen ein prominenter Follower von Max, auch wenn Strumbel kritischer daherkommt und zum Teil ein bisschen verworren denkt. Ich habe irgendwo gelesen, dass er sein Bollenhutmädchen mit der Spritze so versteht: Sie spritzt sich Heimat. Strumbel ist ist eben ein richtiger Künstler und die denken manchmal schräg. Das weiß ich nicht zuletzt von Max. Ihr glaubt nicht, was er manchmal so zusammenfantasiert. Oft bin ich richtig froh, dass er nicht so oft Kundenkontakt hat. Sie würden nur den Kopf schütteln.

Die genaue Adresse und die Öffnungszeiten in der Kunsthalle Riegel seht ihr unten. Vernissage ist am Sonntag, 23. November 2014, um 11 Uhr, zu der wir alle ganz herzlich einladen. Die Ausstellung beginnt dann am Dienstag, 25. November und dauert bis 22. Januar.

Wer also in diesen trüben Tagen noch ein Ausflugsziel sucht oder ein Weihnachtsgeschenk braucht: auf nach Riegel oder Freiburg! 

kunsthalle messmer, Grossherzog-Leopold-Platz 1, 79359 Riegel am Kaiserstuhl, 

Tel +49 (0) 7642 920 162 0, info@kunsthallemessmer.de, 

geöffnet Di – So 10.00 – 17.00, Parkplätze am Haus

Erika Hansen-Lorenzen

 

 

November 2014

Max und Reisen......

Es ist ein Kapitel für sich: erst ist er ganz begeistert, dann kommt er so erschöpft von Berlin zurück, dass er schwört, nie mehr zu verreisen.

Aber es war schon beeindruckend, die Stadt an sich und die Menschen. Da wir ja erst kürzlich in München waren, haben wir gute Vergleichsmöglichkeiten. Uns gefällt Berlin fast besser. Die Stadt ist sehr "jung", und die Hektik wie in München begegnet einem nicht. Alle und Alles wirkte sehr entspannt, selbst die Taxifahrer sind so nett, trotz der vielen Baustellen.

Einen Tag lang haben wir den Westen per pedes, U- und S-Bahn durchbummelt, die bekannten Plätze aufgesucht, waren im Cafe Einstein und haben im Hotel "Adlon" Kaffee getrunken. Dort sind wir sind fast mit Henry Kissinger zusammengestoßen. Ich war überrascht, er ist sehr klein und geht gebeugt, er muss mindestens 100 Jahre alt sein. Kurz danach lief uns dort auch Herr Genscher über den Weg. Aufregend für uns Provinzler, aber Max kennt sowas ja noch aus seiner Reporterzeit. Dagegen war dann die Veranstaltung, zu der wir am Abend geladen waren, wirklich nur 2. Wahl. Aber wir haben viele Menschen wiedergetroffen, die wir aus der Wendezeit kennen, vor allem die aus dem Osten, die heute zu Bekanntheiten geworden sind. Und natürlich aktuelle deutsche Politik-Größen.

Am zweiten Tag unseres Berlin-Aufenthaltes haben wir dann den ehemaligen Ostteil erkundet. Da wir das letzte Mal kurz nach der Wende in Berlin waren, war es natürlich eine Überraschung - tatsächlich "blühende Landschaften", sprich Stadtteile. Prenzlauer Berg ist wunderschön geworden, jetzt aber fast beliebig wie jede Großstadt. Auffällig ist dort allerdings die Ruhe. Und wie in ganz Berlin gibt es auch hier an jeder Ecke eine nette kleine Kneipe, Restaurant oder wenigstens einen Bäcker mit Tisch und Stühlen. Und es gibt viele alte Bäume - hoffentlich müssen die nicht neuen Straßen weichen. Ich kann mir schon vorstellen, dass man dort ganz nett lebt (und Wolfgang Thierse gegen alle Veränderungen kämpft) - könnte uns auch gefallen. Aber die Mieten für renovierten Wohnraum kann man sich dort kaum noch leisten; wir haben mal wegen einer angerufen: Altbau, 3 Zimmer, 130 qm, Dachgeschoss, 1980.- Euro - kalt! Als zweiter Wohnsitz doch zu teuer. Und die billigeren Bezirke, damals schon die Arbeiterviertel, sind auch heute nicht attraktiver.

Aber wir sind ja gerne hier zu Hause, das sagt auch Max jedesmal nach so einer Reise - und stürzt sich in seine "Arbeit". Reisen inspiriert einfach doch.

Bis zum nächsten Mal

Erika

 

September 2014

Max fährt mit stolzgeschwellter Brust nach Berlin

Große Ehre für Max. Ein Artikel von ihm wurde ausgezeichnet. Er wurde deshalb nach Berlin eingeladen. Es ging in dem Artikel darum, wie wir die Wende erlebten und in der Partnerstadt Altenburg/Thüringen "Geburtshilfe" zur Demokratie leisteten. Nun ist Max nicht der große Reisende. Schon die Hochzeit seiner Tochter in München bereitete ihm Probleme. Aber wir fahren hin, d.h. wir fliegen (wir haben einen Billig-Flug ab Baden-Söllingen gefunden) - die Fahrt mit dem Auto dauert einfach zu lange und wäre zu anstrengend. Er freut sich darauf, weil er ja lange in Berlin gewohnt hat (1963-67) und dort seine zweiten Schritte als Maler unternommen hat. Die ersten Schritte fanden ja in Mannheim statt. Ich werde wieder berichten.

Bis dann Erika

 

August 2014

 

Max schreibt wieder ......

......mal einen Roman. Der ist so konfus wie alle vorhergehenden. Manche Passagen sind aber ganz lustig, so wie diese hier:

So locker Peter sein Leben nahm, bei Heiraten wurde er unerwartet kleinkariert. Er handelte bei Heiratsversprechen ähnlich wie der Schwabe, der eine Frau ablehnt, die beim ersten Rendezvous zwei Viertel Wein trinkt. Diese Frau ist zu teuer, denkt er und rechnet nach, was sie ihm im Laufe des Lebens kosten wird. Jeden Tag ein Viertel, das macht bei einer Zwanzigjährigen bei einer Lebenserwartung von 90 Jahren etwa 70 mal 300 Tage (knapp gerechnet, denn sie wird ja nicht jeden Tag trinken) 21.000 Tage, mal einen Euro pro Viertel, wieder knapp gerechnet, das ergibt 21.000 Euro haben oder nicht haben. Mit 20.000 Euro kann man schon ein hübsches Häuschen anzahlen, dachte Peter, oder, noch besser, das Grundkapital für eine Firma bereitstellen. Beim Heiraten müsse genau gerechnet werden. Am günstigsten sei eine Akademikerin, die viel Geld ins Haus bringe.

Liebe Grüße

Erika

 

Juli 2014

Noch keine Entwarnung

... aber doch schon etwas Land in Sicht.

Wir mussten jetzt feststellen, was es heißt, in die Hände schlechter Ärzte zu geraten. Vor vielleicht 2 Jahren hat man Max auf Wunsch seiner Hausärztin einen Defibrilator eingesetzt (dafür sind wir ihr sehr dankbar).

Dieser keine Computer muss halbjährlich gewartet werden. So, und jetzt passiert, was eigentlich nie passieren dürfte: Die Ärzte in Lahr stellen das Gerät bei der Kontrolle vor etwa 9 Monaten falsch ein! Folge: sein Herz wird immer wieder von dem Gerät stimuliert, muss wahnsinnig viel  - unnötig - pumpen. Das strapaziert den Herzmuskel derart, dass er immer schwächer  wird. Und wir sehen nur, dass es Max immer schlechter geht. Selbst bei der Kontrolle 6 Monate nach der Falscheinstellung bemerken die Ärzte in Lahr nur, dass er viele kleine Herzaussetzer hatte (sie nennen das "Ereignisse"). Aber sie ändern nichts an der Einstellung des Defis.

Dann hat Max einen Termin bei seinem Kardiologen (der Beste, den man haben kann). Der bemerkt den schlechten Zustand und telefoniert sofort mit einem Arzt am Herzzentrum in Bad Krozingen, so dass Max noch am gleichen dort eingewiesen werden kann. Und die stellen dann fest, dass der Defi falsch eingestellt ist! Korrigieren das und von Stund an geht es mit Max wieder bergauf.

Fazit: wenn's Dir schlecht geht, sofort zum Arzt und dessen Diagnose und Therapie immer kritisch hinterfragen. Vielleicht am besten zwei weitere Ärzte aufsuchen. Sich selbst beobachten und den Ärzten so Hilfestellung bei der Diagnose geben. Ich weiß, das ist alles sehr mühsam, aber Sterben ist auch nicht schön.

Jetzt hat Max schon wieder Pläne: eine Reise nach Mittelfrankreich im Herbst - für ihn unbekanntes Land. Und er malt auch wieder, wenngleich derzeit eher kleine Formate.....

Voller guter Dinge

Erika Hansen-Lorenzen

 

 

April 2014

Sorgen um Max

Wir müssen uns langsam Sorgen um Max machen. Innerhalb weniger Monate hat er 30 Kilo abgenommen. Er wiegt jetzt 80 Kilo. Das ist bei seiner Körpergröße von 183 cm schon leichtes Untergewicht. Anfang Mai steht wieder mal eine Operation an. In Bad Krozingen will man mit einer neuartigen Methode versuchen, sein Herz über einen neue Art Defibrillator zu stabilisieren. Es soll nicht noch weiter in seiner ohnehin schon geringen Leistungsfährigkeit nachlassen.

Malen fällt ihm im Augenblick schwer. Er wandert durchs Atelier, als wolle er Abschied nehmen von seinen Lieblingen....

Aber so lange er noch mit mir streiten kann, gehts weiter.

Hoffnungsvoll bis demnächst

Erika

 

 

Februar 2014

Buch über die Ortenau

Der Geschäftsführer der Ortenauer Wirtschaftsregion (WRO), Manfred Hammes, und der Lehrer und Verleger Wurth aus Gutach hatten eine prima Idee: Alle Orte in der Ortenau von Schreibwilligen beschreiben zu lassen und in einem Buch zusammenzufassen. Max hatte sich Willstätt ausgesucht, weil er meint, dass einer der Bestseller-Autoren des 17. Jahrhunderts, Moscherosch, der aus Willstätt stammt, viel zu wenig bekannt ist. Der Satiriker Moscherosch war ein Vorbild für Grimmelshausen.

Das Buch ist jetzt erschienen und liest sich ganz nett. Es wird wohl Wirtschaftsführern, die sich für die Ortenau interessieren, überreicht werden (obwohl ich ja der Meinung bin, das Gemäldebuch von Max über die Ortenau hätte es auch getan - ein Bild haftet mehr als tausend Worte).

Das Buch heißt - zugegebenermaßen etwas merkwürdig für ein Werbebuch über die Ortenau - "Der unsichtbare Kreis". Prompt hat das schon zu Irritationen beim Oberbürgermeister von Lahr, Müller, geführt. Müller beklagte sich, dass den Ortenaukreis keiner kenne. Das werde sogar im Titel eines Buchs über die Ortenau bestätigt. Es heiße nämlich "Der unsichtbare Kreis".

Oh je. Dabei hat die Autorin und Erfinderin des Begriffs "Unsichtbarer Kreis", Ulrike Derndinger, mit ihrem titelgebenden Beitrag genau das Gegenteil gemeint. Sie beschreibt nämlich, wie ihre Eltern, die aus verschiedenen Orten der Ortenau stammen, doch von einem unsichtbaren Kreis zusammengehalten werden, dass sie etwas verbindet, das nicht auf Anhieb zu sehen ist, aber wohl jeder, der im Kreis wohnt, kennt und so ähnlich schon erlebt hat: das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ortenauer.

Also, lieber OB Müller: Erst lesen, dann reden. Aber Müller ist ein vielbeschäftigter Mann. Er kann nicht alles lesen, über das er berichtet. Er hat sicher Kulturbeamte im Rathaus, die für ihn Ortenaurelevantes lesen und ihn dann aufklären. Wir wollen diesen kleinen Patzer auch nicht zu hoch hängen, obwohl er fatal an einen Feuilletonchef der "Zeit" erinnert, der meinte, Goethe habe sich über den Frankfurter Hauptbahnhof gefreut, wie es in einem satirischen Beitrag der "Neuen Zürcher Zeitung" zu lesen war, mit dem die Goethe-Besoffenheit der Deutschen auf die Schippe genommen werden sollte. Jede Rede fängt bei uns ja so an: schon Goethe sagte...   Müller hielt seinen Vortrag vor etwa 50 SPD-Kommunalpolitikern aus dem Ortenaukreis. Keiner klärte ihn auf, weil keiner das Buch gelesen hatte. Da bleibt für Wurth und Hammes noch einiges zu tun.

Liebe Grüße bis zum nächsten Mal. Wir (die Wolfacher Museumsleute, zu denen ich mich beinahe schon zähle) brüten gerade über ein Plakat für das Museum, auf dem ein Bollenhutbild von Max zu sehen sein soll.

Erika

 

 

Dezember 2013

Riesen-Erfolg mit Bollenhutbildern

Das war vielleicht eine Überraschung! Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag im Wolfacher Museum stritten sich die Besucher förmlich um die Bollenhutbilder.  Es waren über 100 Besucher da. Ich selbst habe (launig) über Max gesprochen, etwas abseits der "Kunstgeschichte" (auf die Max sowieso pfeift) und sehr privat. Und hatte einige Lacher. Max war nicht dabei, sein Herz macht ihm wieder einmal zu schaffen. Die Wolfacher kennen ihn ja aus seiner Redakteurszeit. So war es reizvoll für sie, den Max "inside" kennen zu lernen. Manch einer musste so sein Max-Bild revidieren.

Jetzt werden intern bei uns Überlegungen angestellt, wie man den Bollenhut-Erfolg besser vermarkten kann. Es sind Drucke im Gespräch der schönsten Bollenhutbilder. So eine Art Schönheiten-Galerie. Ich will nicht so recht, aber Max drängt darauf. Ich meine, die Bollenhutbilder haben schon Erfolg, aber so einen großen, dass man sehr sehr viele Drucke verkaufen könnte - und das muss man, wenn sich die Sache auch finanziell lohnen soll - dann doch nicht. Vermutlich verdirbt er mir mit dieser "Geschäftsidee" der Druckerei den Lebensabend; mal sehen wie ich ihn überzeugen kann. Ich bin ja nun endlich in Pension und will das auch genießen und nicht geschäftlich weiterzwirbeln.

Liebe Grüße Erika

 

 

November 2013

Die nächste Ausstellung....

mit Bildern von Max gibts auch dieses Jahr in der Vorweihnachtszeit. Vom 1. Advent (1. Dezember) bis 12. Januar im Museum Wolfach. Die Vernissage wird am Sonntag, 1.12., um 15 Uhr sein. Es gibt keine persönlichen Einladungen, dieses Mal wird nur über die Medien geworben.

Geplant sind auch verschiedene Events, so z.B. am 28. Dezember um 19 Uhr mit Sagen und Märchen aus dem Schwarzwald. Geöffnet ist immer Sonntags von 14 - 17 Uhr.

Ich glaube, es lohnt sich, eine Fahrt nach Wolfach zu unternehmen, Stadt und Museum sind vorweihnachtlich geschmückt.

Weihnachtsmarkt gibts auch, allerdings am 19. 12 oder täglich in und an der Dorotheenhütte.

Also rechtzeitig einplanen bitte.

Bis dann

Erika

 

 

Ende September 2013

Heute gehts schnell und schneller

Max ist ja zur Hälfte Franzose, d.h. seine Mutter war Französin aus Perpignan und demzufolge haben wir auch noch einige, wenn auch mittlerweile entfernte Verwandte in Frankreich. Und witzigerweise gibt es viele Künstler und Kunstschaffende darunter. Einer malt, einer war in den sechziger Jahren beim Film irgendwas (was genau, weiß Max nicht mehr, er weiß nur, dass er Claude Laporte heißt und ein Cousin ersten Grades ist oder war, er müsste nach Max heute ungefähr 75 bis 78 Jahre alt sein), einer ist Theaterregisseur, zwei sind Theaterschauspielerinnen. Eine tanzt argentinischen Tango auf der Bühne. Das hätte ich gerne einmal erlebt - gut getanzte lateinamerikanische Tänze sind was Tolles. Eine Cousine ist eine bekannte Filmschauspielerin in Frankreich, wir haben es weiter unten schon beschrieben. Sie hat bei ihrer Großmutter in Grenoble (Max' Tante) das Gemäldebuch aus dem Reiff-Verlag über Max entdeckt, einzelne Bollenhutgemälde ganz aufgeregt mit ihrem Handy fotografiert und sofort ihrem Mann in Paris gesandt, der sie auch "postwendend" per SMS kommentiert hat ("fort" hat er eingetippt d.h. "stark"). Ja, die moderne Technik erlaubt schon Geschwindigkeitsrekorde. Wir stammen noch aus einem Jahrhundert, da haben wir uns beispielsweise vorgenommen, bei der nächsten Parisreise bestimmte Galerien zu besuchen, weil wir uns über einen Maler informieren wollten. Das Ganze hat von der Idee bis zur Ausführung oft mehrere Jahre gedauert. Heute tauscht man sich über einen Maler in wenigen Stunden, ach was, in wenigen Minuten über Hunderte von Kilometern aus, ohne sich dabei groß vom Fleck zu rühren oder viel Geld zu bezahlen - was Max sehr entgegenkommt!

Merkwürdig ist das schon, die vielen Künstler in Max' französischer Verwandtschaft. Bisher hätte ich sie eher dem kaufmännischen Bereich zugeordnet. Aber es ist wohl so: Die Urgroßeltern und Ururgroßeltern waren erfolgreiche Kaufleute in Perpignan und Rivesaltes (guten Süßwein gibt es dort, der sogar im Straßburger Supermarkt Auchan verkauft wird). Die Großeltern erbten das Geschäft (Getreide-Großhandel). Deren Kinder waren teils Kaufleute und teils Lehrer. Die Kinder der Lehrer wurden Künstler. Das ist in Max Familie väterlicherseits ganz ähnlich gelaufen. Der Urgroßvater in Böhmen war Lehrer. Dessen Brüder waren im Papiergroß- und- einzelhandel tätig und haben es da wohl, fast spiegelbildlich wie in Frankreich, zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Von Reichtum kann man meiner Meinung nach nicht sprechen, obwohl die Franzosen sicher (?) ganz dicht an die Definition von Reichtum (viele, viele Millionen Euro) herankamen. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Reichtum wird in Europa, anders als in Amerika, fast verschämt behandelt, als ob er eine Krankheit wäre.

Hier ist die Cousine (Filmschauspielerin) in einem Wikipedia-Artikel portraitiert:

Alice David

alice

Alice David en avril 2013 à une avant-première du film “Les Profs”

Naissance                    22 mars 1987 (26 ans)

Nationalité                   Française

Profession                    Actrice

Films notables              Les Profs

Séries notables            Bref

Biographie

Née d'un père metteur en scène et d'une mère actrice, Alice David est originaire du 15e arrondissement de Paris ; elle apprend le métier de comédienne au Conservatoire du 7e arrondissement. En 2009, elle débute sa carrière d'actrice en participant à une publicité pour Coca-Cola, s'ensuivent plusieurs courts métrages 1,2,3.

Alice David interprète de 2011 à 2012 l'un des personnages principaux de la série Bref, diffusée dans l'émission Le Grand Journal sur Canal+. Elle interprète le rôle de « cette fille » (Sarah), dont le personnage joué par Kyan Khojandi est amoureux .

En 2013 elle est l'affiche du troisième long métrage de Pierre-François Martin-Laval, Les Profs. Elle y incarne le personnage de Marie, la prof d'allemand. Elle prête également sa voix à l'héroïne de jeu vidéo Lara Croft dans le reboot de la franchise Tomb Raider. Succédant ainsi à Françoise Cadol, voix officielle de Lara Croft depuis le tout premier opus de la saga vidéoludique, Alice David réalise ainsi sa première expérience de doublage.

 

Anfang September 2013

 Schnäppchen machen?

Diesen Sommer haben wir prima und kühl in unseren 4 Wänden verbracht. Die traditionelle Bauweise eines Fachwerkhauses hat ihre Vorteile, wenngleich die niedrigen Decken für Besucher schon gewöhnungsbedürftig sind, besonders, wenn sie über einsneunzig sind. Aber der französische Stararchitekt Corbusier hat ja bekanntlich 2, 28 Meter Deckenhöhe für ausreichend befunden. Den haben wir lässig geschlagen. Wir leben in wesentlich niedrigeren Räumen. Was die Klimatechnik angeht, könnte sich allerdings mancher moderne Architekt eine dicke Scheibe von unserem Fachwerkhäuschen abschneiden.

Ein paar Tage waren wir in München. Die jüngsten Enkel, Museen, Galerien und Biergärten besuchen. Ist eine tolle Stadt, aber die Preise für z.B. Wohnraum sind schon abartig. Dafür ist Essengehen auch nicht teurer als hier in der Ortenau.

Und dann haben wir öfter mal Anrufe von Leuten, Händlern, erhalten, die wissen wollten, ob wir Köhler-Bilder ankaufen. Einer aus Coburg hatte ganz schreckliche Hobbymaler-Bilder von einem Köhler angeboten. Ein anderer aus München einen Vogel, auch nicht von Max gemalt. Spart Euch bitte die Witze über einen Vogel, den Max (gemalt) haben soll.

Und gerade in der vergangenen Woche tauchten echte Köhler-Bilder bei Versteigerungen in Pforzheim auf.

Die Welt dreht sich weiter......

Liebe Grüße Erika

 

April 2013

Werner Liegibl, pensionierter Rektor der Sonderschule in Kehl und Autor mehrerer Bücher, hat einen schönen Artikel über Max und seinen Bruder Georges für das Kehler Museum verfasst. Hier ist er:

Ein Klon brachte den Nobelpreis -

Der Nobelpreis für Medizin,  1984

Georges J. F. Köhler 

von  Werner Liegibel, Kehl

„Ab und zu komme ich immer wieder gerne in diese Gegend, und wenn ich dann die Kirchtürme von Kehl sehe, beginnt mein Herz schon ein wenig höher zu schlagen“, erzählt er und beschreibt dabei die Großherzog-Friedrich-Straße, in der er einst gewohnt hat.

Derjenige, der sich auf diese freundliche Weise an seine Zeit in Kehl, seine damalige Wohnumgebung, die Mitschüler und Menschen seines Umfeldes erinnerte, war Prof. Dr. Georges Jean Franz Köhler, der Nobelpreisträger für Medizin des Jahres 1984. Mit ihm haben zwei andere bedeutende Wissenschaftler diesen Preis geteilt, die am gleichen biologisch-medizinischen Problem erfolgreich gearbeitet haben: Prof. Niels Kaj Jerne aus Dänemark und Prof. Cesar Milstein aus Buenos Aires. Preiswürdig waren ihre Theorien über den Aufbau und die Steuerung des Immunsystems sowie die Entdeckung des Prinzips der Produktion von monoklonalen Antikörpern. Was sie als Biologen mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit für die Menschheit geleistet haben, wurde nach der Verleihung des renommierten Preises weltweit gewürdigt.

Dr. Georges Köhler, der Sohn einer französische Mutter und eines deutschen Vaters, ist am 17. April 1946 in München geboren. 1954 zog die Familie nach Kehl. Dort besuchte er noch zwei Jahre lang die Volksschule, um dann auf das Kehler Gymnasium zu wechseln, an dem er 1965 das Abitur ablegte. An der Universität Freiburg studierte er Biologie und schrieb 1971 seine Diplomarbeit. 1974 promovierte er ebenfalls in Freiburg zum Dr. rer. nat.

Die nobelpreiswürdige Erfindung hat er 1974 als frischgebackener 28jähriger Doktor in Cambridge (England) im Institut von Cesar Milstein gemacht. Davor und danach arbeitete er in Basel am Institut für Immunologie des Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche, das ihm beste Forschungsbedingungen bot. Professor Niels Kai Jerne, der Mitnobelpreisträger, leitete dieses Institut. Prof. Dr. Georges Köhler, jüngster Nobelpreisträger Deutschlands, wurde 1984 Direktor des Max-Planck-Instituts für Immunologie in Freiburg. Im Jahre 1995 ist er gestorben, 48 jährig an einer Lungenentzündung. Südbaden, ja die ganze wissenschaftliche Welt war starr vor Entsetzen: Ausgerechnet ein Medizinnobelpreisträger stirbt so jung an etwas so "simplem" und heute beherrschbarem wie einer Lungenentzündung, der allerdings eine mysteriöse Herzschwäche zugrunde lag.

Eine einfache Erklärung dessen, was monoklonale Antikörper sind, was sie bewirken, ist bei dieser schwierigen wissenschaftlichen Materie nicht einfach. Schon bei der Preisbekanntmachung 1984 haben Journalisten großer Zeitungen versucht, einfach und allgemeinverständlich diese Materie den Lesern nahezubringen. Ihre Titel, ihre Aussagen sollen versuchen, uns beim Verständnis zu helfen. „Spürhunde für Tumorzellen – Die Wunderwaffen der modernen Medizin heißen monoklonale Antikörper.“ (Die Zeit, 11.5.84.)  Köhlers Idee sei denkbar einfach gewesen. Er wollte versuchen, gesunde Zellen mit bestimmten Krebszellen zu verschmelzen. Die daraus entstehenden Zellen würden dann den gewünschten Antikörper produzieren und sich dabei, ganz nach Tumorart, grenzenlos vermehren. Die entstehenden Tochterzellen „Klone“, wären der Mutterzelle völlig gleich, „monoklonal“. Die von ihnen produzierten Antikörper hätten alle die gleiche gewünschte „Witterung“. Sie könnten, Jagdhunden gleich, auf unerwünschte Krebszellen, Viren oder sonstige Substanzen losgelassen werden.

Eine andere Quelle beschreibt den Vorgang so: „Die Möglichkeit zur Bildung monoklonaler Antikörper durch Zellfusion von Lymphozyten mit Krebszellen.“ (Wikipedia). 

Kurz vor Weihnachten 1974 gelang der große Durchbruch. Köhler sagt selbst, als er die Resultate seiner Arbeit sah: „Das war unglaublich! Ich jubelte, ich war völlig außer mir. Es war das beste Ergebnis, das ich mit vorstellen konnte.“ 

Diese seine Erfindung wird heute in der Medizin erfolgreich angewandt, Medikamente gegen viele schwere Krankheiten sind entwickelt. Sie helfen den Menschen  bei Krebserkrankungen, bei Transplantationsabstoßungen, Infektionen, Hauterkrankungen, Allergien, in der Zahnmedizin aber auch in der Diagnostik, denn diese künstlichen Antikörper spielen auch bei der Entdeckung von Krankheiten eine große Rolle, den Ärzten wurde eine wunderbare Diagnose-Waffe in die Hand gegeben.

Eine lange Zeit war das nicht, diese elf Jahre seiner Jugendzeit, die Georges Köhler in Kehl verbrachte, aber es war sicher eine Zeit intensiven Lernens, des Aufnehmens wichtiger Erkenntnisse und Entwicklungen, eine Voraussetzung für den späteren erfolgreichen Weg. Seine wissenschaftliche Arbeit zum Nutzen der kranken Menschen wirft einen Glanz auch auf den Ort seiner Jugend, seiner Schulzeit, die Umwelt seiner Jugendjahre, das ist unsererseits einer Erinnerung wert.

Eine Villinger Leserbriefschreiberin, eine ehemalige Kehler Mitschülerin, hat Georges Köhler bei einer Umfrage als Namensgeber für die Kehl-Straßburger Passerelle vorgeschlagen. Eine Straßenbenennung durch die Stadt Kehl wäre auch ein passender Akt. Die Stadt Freiburg hat Georges Köhler bereits mit einer nach ihm benannten Straße geehrt. Auch Lörrach, wo er einige Zeit während seiner Tätigkeit im Basler Roche-Institut wohnte, hat eine Straße nach ihm benannt.

Es ist noch von Georges Köhlers älterem Bruder Max Köhler zu berichten, 1942 geboren, der einen ins musisch-bildnerisch führenden Lebensweg gegangen ist: Fotografieren, Schreiben, Malen. Der Erfolg des jüngeren Bruders hat ihn sicher ebenso erfreut wie angeregt, seine Gaben nicht unter einen Scheffel zustellen. 

Auch er bekennt sich zu seinen Kehler Jugendjahren. Was er schriftlich berichtet, könnten auch Aussagen und Erfahrungen seines Bruders sein, denn es sind Berichte von Erlebnissen, die in den Kehler Schul- und Jugendjahren gemacht wurden. Hier eine Leseprobe aus Max Köhler: „Böse Geschichten aus dem Bollenhutland“, Ochsenspurverlag Schutterwald.

 „Zu gerne wäre auch ich Alemane gewesen. Sie genossen mehr Respekt als Zugewanderte oder gar Flüchtlinge wie wir. Aber meine Herkunft war dubios.  Meine Mutter war in Perpignan geboren, das war weit weg, und noch dazu in Frankreich. Franzosen, das war klar, genossen in Kehl nach dem Krieg keine übermäßige Sympathie.

Obwohl ich also Köhler hieß und dies ein deutscher Name ist, war meine Herkunft verdächtig, denn ich sprach Hochdeutsch. Schon mit den ersten Worten verriet ich, dass ich von auswärts kam, und zwar in meinem Fall sogar von mehreren Richtungen von auswärts. Wenn ich unter waschechten Kehlern etwas sagte, verstummten sie sofort. Nach einer kleinen Nachdenkpause setzten sie dann ihr Gespräch fort, hellten nun aber ihre Mundart mit etwas Hochdeutsch auf, damit ich die Chance hatte, zu folgen.

Der Inhalt des Gesprächs wechselte aber in jedem Fall mit der Erkenntnis, dass ich nicht aus Kehl stammte. Wenn ich diesen aufgehellten Dialekt nicht auf Anhieb bis in die letzten Winkel verstand und dies auch verriet, in dem ich es unterließ, in relativ kurzen Abständen zustimmende Wörter einzuwerfen und so klarzumachen, dass ich der Simultanübersetzung fähig war, verfielen die alemannischen Kehler in ein grauenhaftes Hochdeutsch, das sie vermutlich für Norddeutsch hielten, weil diese Spezies in Süddeutschland seit der 48-Revolution besonders verhasst ist. Blieb ich standhaft in der Gruppe, liefen sie ziemlich bald auseinander, enttäuscht, dass sie nicht weiter alemannisch „schwätze“ konnten.

Versuche, selbst Dialekt zu sprechen, gab ich bald auf. Zum einen, weil ich doch enttarnt wurde, so perfekt einheimisch konnte kein Fremder unter Leuten sprechen, die sogar Bewohner des Nachbarorts an ihrer Aussprache erkannten, zum anderen, weil das meine Sache nur noch schlimmer gemacht hätte. Die Kehler hätten ja glauben müssen, dass ich sie hintergehen wollte, dass ich meine Herkunft zu verschleiern suchte. Ich ließ es deshalb bald wieder, obwohl ich nach einigen Jahren den einen oder anderen Ausdruck beherrschte, vor allem das badische „sch“ für „st“ („häsch, waisch, bisch“). Immerhin war ich schon mit zwölf Jahren in die Ortenau gekommen und da noch bildungsfähig gewesen.

Sprach ich Hochdeutsch, folgte bald die Frage, woher ich denn komme, ich spreche nicht wie von hier. Ich antwortete wahrheitsgemäß, ich komme aus München, was mir aber keiner so recht glauben wollte, denn ich sprach auch nicht bayrisch. Zu Hause war nämlich Dialektsprechen verboten, weil uns die Mutter sonst nicht verstanden hätte. Als Französin hatte sie schon genug Mühe mit einem schnell gesprochenen Hochdeutsch.“

Max Köhler, der Bruder,  ist ein echter, Hochdeutsch sprechender Ortenauer geworden. Die Themen seiner Geschichten stammen aus dieser „fremdsprachigen“ Landschaft, dem mittleren Schwarzwald, der Rheinebene, aus Straßburg und Kehl, so ist ihm seine Umwelt nah geblieben und Heimat geworden. Und sie freut sich an seinen  Bildern, den Ortsansichten der gleichen Gegend, den Bildern von Landschaften, Menschen und Tieren. Die Bollenhutträgerin, Symbol des Mittleren Schwarzwaldes ist weit bekannt, Stadtansichten, Kinderportraits, Szenen aus entlegenen Schwarzwaldtälern, von Straßburg, vom Rhein und aus der Ebene ebenso.

Seine Malweise ist oft reduziert in Form und Farbe. Mit eigenwilligem, kräftigem Strich wird doch das wesentliche des Motivs, die Idee, der Sinn des Bildes dem Betrachter nahegebracht. Es ist dabei nichts Heimattümelndes, es sind ausdrucksstarke Landschaften und Gesichter in einem modernen Stil.

 

Literatur:

Max Köhler, Böse Geschichten aus dem Bollenhutland, Ochsenspur-Verlag  Schutterwald

Max Köhler, Liebe im Schwarzwald, Ochsenspur-Verlag  Schutterwald 2001

Max Köhler, Tradition und Moderne, Reiff Schwarzwaldverlag Offenburg 1997

 

 

8. April 2013

Liebe Freunde,

soeben habe ich erfahren, dass das Buch "Faszination Straßburg", Herausgeber ist der Historische Verein Kehl e.V., erschienen ist.

Mit Beiträgen von André Weckmann, Werner Liegibel, Waltraud Enders, Ingeborg Kittel, Karl Britz und Max Köhler. Ein Must für alle Straßburg-Liebhaber.

Erhältlich in Kehl in der Buchhandlung Baumgärtner oder im Buchhandel unter ISBN 978-3-00-040703-1

 

 

5. April 2013 - Die Welt ist schön...

 

Ach wie schön ist die Welt! Das Interesse an Max Bildern ist groß. Das animiert Max zu malen. Jetzt das Schönste:  Eine Tochter eines französischen Cousins von Max, also womöglich eine Cousine (ich kenne  mich mit den Verwandtschaftsbezeichnungen nicht so aus), ist eine am Pariser Konservatorium in "l'art dramatique" ausgebildete Schauspielerin. Sie hat schon viele Rollen bekommen und spielte vor allem in einer französischen Vorabendserie (soaps) eine tragende Rolle, was sie in Frankreich ziemlich populär machte. Dann synchronisiert sie, u. a. ist sie die Stimme von Lara Croft. Jetzt bekam sie ihre erste große Filmrolle und ist sogar auf einem Plakat zu sehen. Sie gab ein Interview über ihre künstlerischen Vorlieben. Ihr könnt es erraten: Sie sagte, sie habe bei ihrer Großmutter (Max' Tante) in Grenoble eine große Entdeckung gemacht:  Ein Cousin von ihr sei ein Maler in Deutschland, dessen Bilder sie wunderbar finde:  Max Kohler.

Jetzt hoffen wir nur, dass die hundertausend Franzosen, die dieses Interview gelesen haben, Herrn "Kohler" im Internet auch finden.

LG Erika

 

 

Februar 2013

Liebe Freunde, 

ich bin es ja schon gewohnt, dass man Ideen von Max übernimmt, aber in der Sendung „Der Schwarzwald lebt“ am Freitag (Anfang Februar) im Dritten Fernsehprogramm des SWR ging mir das dennoch ein Stückchen zu weit. Da wurden der Maler Strumbel aus Offenburg und eine Designerin aus Freiburg als Erfinder der Idee, Schwarzwaldtraditionen mit der Moderne zu verbinden, gefeiert. Dabei war Max es, der die Verbindung von Schwarzwaldtradition und Moderne zum ersten Mal versucht hat. In dem Kunstband „ Max Köhler -Tradition und Moderne“ von 1997, der ja seit 95/96 in der Mache war, schreibt der Heimatforscher und Fabrikant Dieter Hund: “Max Köhler hat das als Spannung zwischen Tradition und Moderne verstanden und in Bildern ausgedrückt, die stilistisch eine angenehm begehbare Brücke schlagen zwischen dem althergebrachten Naturalismus und der modernen, ungebundenen Malerei. Das geschieht sicher nicht zufällig. Köhler will die Tradition mit der Moderne verbinden.“ 

Hund meinte damit Trachtenbilder von Köhler, auf denen moderne, großstadtorientierte Damen Bollenhüte tragen. Also ganz anders als auf sonstigen Bollenhutbildern, auf denen ländliche Mädchen zu sehen sind. Die ersten dieser Gemälde hängen übrigens seit ewigen Zeiten im Hotel Dollenberg in Bad Griesbach. Köhler hatte mit diesen Bildern weltweit großen Erfolg. 

Strumbel kritisiert mit den alten Heimatsymbolen wie Bollenhut und Schwarzwaldhaus oft sehr hart. Wenn das Bollenhutmädchen in eine Banane beißt oder eine Handgranate hält, oder eine Sprechblase "fuck" zeigt, ist das schon ziemlich heavy. Er will damit wohl sagen, dass manches nicht zum Erscheinungsbild des braven Bollenhutmädchens passt, dass etwas nicht stimmt in unserer Heimat. Strumbel hat seine eigene Art, seine Heimatliebe zu zeigen: Er kritisiert die Schwachstellen. Max macht es ja im Grunde nicht anders: Seine Bollenhutbilder zeigen nicht mehr die Landmädchen aus Gutach, die sich zur Konfirmation mit dem Bollenhut schmücken, sondern stark geschminkte Pariserinnen mit flotten roten Hüten. Mit diesen "flotten roten Hüten" ist der Bollenhut international hoffähig geworden. Bild-Bestellungen aus aller Welt beweisen es: Man findet Maxens Bollenhutvariationen erfrischend neu und chic.

Maxens Hüte greifen auf die Welt aus, müssen sich aber bei ihrer Wanderung durch die Moderegionen schicke Korrekturen gefallen lassen. Max sagt damit (wie jetzt auch Strumbel), dass das Märchen vom braven Landmädchen, wie es in der Hitlerzeit gezeigt wurde, nicht mehr ernst genommen werden kann. Beide nehmen aber den Bollenhut als Symbol für die Heimat. Der Bollenhut steht für sie für die Tradition. Der Aufbruch in die Moderne ist bei Max das schöne, intelligente Gesicht unterm Bollenhut und vor allem der Duktus seiner Malerei: Der Stil ist souverän großzügig bis fetzig im Pinselstrich, stark reduziert in den Formen und oft mit deutlich unvermischten Farben unterlegt. Dabei bleibt aber das Motiv, der Bollenhut, gut erkennbar, er wird nur modernisiert. Schwarzwaldhaus und Bollenhut werden nicht mehr genau so abgebildet, wie es die Tradition verlangt, sondern sie werden Ausgangspunkt für neue Ideen.

Den Bollenhut als Symbol für unsere Heimat zu nehmen, also ein altbekanntes Symbol, das auch noch in der Hitlerzeit herhalten musste, ist schon sehr mutig. Bei Max weiß man allerdings nie, ob er tatsächlich mutig ist, ob ihm die Tragweite seiner Taten bewusst ist, oder ob er nur einfach etwas macht, was ihm so durch den Kopf schießt.

Und nun plötzlich, nach zahllosen modernisierten Bollenhutbildern von Max (und Strumbel), fällt einem auf, dass ohne die Tradition die Moderne nicht sehr brauchbar ist, dass das eine ohne das andere schlicht Blödsinn ist. Das ist neu, denn die einen Maler stützten sich nur auf die Tradition, die anderen taten so, als ob es vor ihnen gar nichts gegeben hätte.

Übrigens ist „Tradition und Moderne“ seit dem Erscheinen des Bildbandes und der Kommentierung in der Presse ein deutschlandweit verbreitetes Schlagwortpaar geworden. Man hört es seitdem bis zum Überdruss allerorten. Vielleicht fällt das außer uns niemandem so deutlich auf, weil wir das Schlagwortpaar "Tradition und Moderne" erfunden haben. Sollte das Wortpaar schon vorher benutzt worden sein, weist uns das bitte nach. Wir haben es etwa 1992 zum ersten Mal gebraucht, um Maxens Bilder zu erklären.

Übrigens habe ich in dem Bildband ein paar Gedanken über Heimat formuliert. Inzwischen ist eine Heimatwelle über Deutschland gerast. Sogar Strumbel kann nun bekennen: Wieso soll ich nach New York? Ich lebe im Schwarzwald, in Offenburg. Die New Yorker sollen doch zu mir in den Schwarzwald kommen, wenn sie was lernen wollen! Man hört hier förmlich Max tönen, der in jungen Jahren ähnlich selbstbewusst verkündet hatte: Wo ich bin, ist Paris! (völlig übertrieben, aber Max hat eben auch eine Veranlagung zur Satire, was in seinen Texten besser zum Ausdruck kommt. In seinen Bildern lebt er seine Liebe zur Schönheit aus).

Ach ja: Die neuen Preise sind die neuen Preise. D.h., da es immer weniger Bilder gibt (Max muss mit seinen Kräften haushalten) und da Galerien auch ziemlich Provision nehmen, Energiekosten gestiegen sind, die Farben fast doppelt so viel kosten wie vor 5 Jahren, mussten wir sie etwas anheben. Ich finde, Maxens Bilder sind es wert. Bitte missversteht das nicht. Und für Neugierige oder "Spione" stehen wir eben nicht zur Verfügung. Wir sind (noch) kein Museum.

Ihr seid damit selbstverständlich nicht gemeint. Max plaudert gerne über alte Zeiten und letztenendes gibt er auch Bilder ab, die finanzierbar sind. Da er sein Brot lange Zeit in der Ortenau verdient hat, weiß er schließlich, wer wie auf Rosen gebettet ist.

Lasst es euch gut gehen und auf bald!

Erika

 

Ein frohes neues Jahr 2013!

Das wünschen wir euch allen und vor allem Gesundheit und ein bisschen Glück.

Die Ausstellung in Gengenbach ging am 23. Dezember zuende. Die Narrenzunft hat einen Besucherrekord verzeichnet, obwohl das Wetter ja nur ekelig war - viel Regen - ich weiß von den Betreuern, dass es mal einen Tag gab, da kam nur ein Besucher. Dafür waren es am letzten Tag, ich war schon zum Abräumen gekommen, in eineinhalb Stunden 180 Besucher!

Max Köhler und Erika Hansen-Lorenzen

 

 

Super! Ausstellungseröffnung in Gengenbach klasse gelaufen

- Einige Besucher schimpfen wegen der Eintrittspreise

Liebe Freunde,

die Ausstellungseröffnung in Gengenbach am Samstag, 1.12.2012, ist ein voller Erfolg gewesen.

Leider konnte Max nicht dabei sein, denn den "Aufstieg" in den siebten Stock im Turm hätte er nicht geschafft (ich muss da auch immer Pause einlegen und das Herz klopft heftig). Viele verstehen Max' Krankheit (Myocarditis) nicht, aber es ist wohl so, dasss ihm schon eine "kalte Dusche" den Tod bringen kann.

Die Begrüßung nahm Herr Rautenberg vom Museum Niggelturm vor. Ein junger Mann von der Musikschule spielte auf dem Saxofon. Bürgermeister Erny hielt eine kurze nette Ansprache; Reinhard End vom Gengenbacher Adventskalender hatte eine kreative Rede anhand eines Tannenbaums vorbereitet. Der Chef der Sparkasse Gengenbach mit seiner Frau sowie der Chef von Schwarzwaldsprudel (beide Sponsoren des Museums) waren dabei, weiter Herbert Hugelmann, ein früherer Kollege von Max beim Offenburger Tageblatt und heute Hochzeitsfotospezialist. Auch bei der Eröffnung waren Sabine, meine Freundin und tolle Grafikerin (Vivil) mit ihrem Mann, und nicht zu vergessen Elmar Emde, der ehemalige Direktor der Dresdner Bank mit seiner Frau Steffi, dem Max viel zu verdanken hat. Andrea (Max älteste Tochter) mit ihrem Freund rundeten die intime und schöne Eröffnungsfeier ab.

Andrea war sogar besonders gefragt, weil Max ja nicht da war und sie die einzige Blutsverwandte von Max im Turmzimmer des Niggelturms war. Sie musste mit aufs Foto. Ich weiß gar nicht, ob ihr das recht war. Die Fotos werden wohl Ende der Woche auf der Homepage der Gengenbacher Narrenzunft veröffentlicht. Die Narrenzunft trägt ja die Ausstellung (Brauchtum und Folklore liegen sowohl der Narrenzunft wie Max am Herzen), deshalb nehmen sie halt Eintritt.

Wir hoffen jetzt auf viele Besucher, das Museum lebt natürlich auch vom Eintritt. Ich glaube, zwei Euro fünfzig, Arbeitslose die Hälfte. Wie man hört, haben am Sonntag einige Besucher wegen der Eintrittspreise geschimpft, waren aber dann nach dem Besuch der Ausstellung zufrieden. Und das nach der Erklimmung von sieben Etagen! Tja, kann man nichts machen, der Niggelturm ist halt historisch, ein Aufzug aus einsichtigen Gründen nicht möglich. Da muss man einiges in Kauf nehmen. Macht man aber sicher gerne, spätestens, wenn man die Aussicht von oben genossen hat. Bei Dunkelheit ist der Blick auf den hell erleuchteten Gengenbacher Weihnachtsmarkt und das Rathaus besonders zu empfehlen.

Es wurden Bilder verkauft, alte Freunde haben über das Internet (Max' Homepage) auch eingekauft, so dass man sagen kann, das Ganze war ein schöner Erfolg. Frau Vaternahm hat einen sehr warmherzigen Artikel fürs OT, siehe

http://www.bo.de/Lokales/Offenburg/Der-Heimat-ins-Herz-sehen

geschrieben und alle anderen Zeitungen haben eine Vorankündigung gebracht.

Ich denke, Max kann zufrieden sein, auch wegen der schönen Plakate. Eines hat Max sofort gerahmt und im Atelier aufgehängt. Wir waren auch einmal in Gengenbach während der Laufzeit, er musste doch "seine Ausstellung" wenigstens mal von außen sehen. Der Werbeaufwand, den die Narrenzunft da betrieben hat (großes Plakat über dem Eingangstor) ist wirklich bemerkenswert und hat Max mal wieder stolz gemacht.

Herzlichst Erika

PS: Die "Badische Zeitung" hat auch einen Artikel auf der Kulturseite veröffentlicht. In dem steht viel über Max Technik. Ist wohl für Künstler gedacht, die auch so malen wollen wie Max. Über die Wirkung der Bilder steht gar nichts in dem Artikel. Soll wohl heißen, darüber lohne es sich nicht, zu sprechen? Oder wie seht ihr das?

Flyer zur Ausstellung im Gengenbacher Niggelturm. Öffnungszeiten: 1. bis 23. Dezember, wochentags täglich 16 bis 19 Uhr, sonntags 13 bis 19 Uhr

 

Flyer vorne

 

 

 

Flyer innen

 

 

16.11.2012

Ausstellung im Niggelturm im Dezember

Hallo Leute,

die Ausstellung mit Schwarzwaldbildern von Max im Gengenbacher Niggelturm nähert sich, Eröffnung ist  am 1.12. um 14 Uhr. Ihr könnt selbstverständlich gerne dabeisein, müsst mir aber bitte vorher Bescheid sagen, denn im historischen Niggelturmzimmer haben nur etwa 2o Menschen Platz. Der Flyer zur Ausstellung, vom Gengenbacher Kunstbeirat gestaltet (von den Herren Rautenberg und Lehmann), ist sehr hübsch geworden.

Die Ausstellung ist Teil des überregionalen Spektakels um den Gengenbacher Adventskalender in den Rathausfenstern. Hier hat Reinhard End das Sagen und wohl auch die Oberaufsicht. Er war es auch, der das Thema Schwarzwald vorschlug. Wenn ich den Flyer elektronisch zugesandt bekomme, werde ich ihn umgehend hier veröffentlichen.

Die Ausstellung ist geöffnet vom 1. bis 23. Dezember täglich von 16 bis 19 Uhr, sonntags von 13 bis 19 Uhr, Führungen veranstaltet das Kultur- und Tourismusamt, Telefon 07803 930 143.

 

 

4. August 2012

Max schreibt ohne Ende (und ich muss es korrigieren und lektorieren, Gott steh mir bei)

 

 

31. März  2012

Liebe LeserInnen, liebe Freunde,
es gibt mal wieder ein paar Neuigkeiten mitzuteilen.

Es sind nämlich in den letzten Wochen Anfragen nach Ausstellungen mit Max' Bildern von Galerien in London, Berlin und New York eingegangen. Und ihr könnt euch denken, dass das für Max eine große Freude war, obwohl er nach außen ganz cool tut. Immerhin hat ihn das sogar zu der Überlegung gebracht, ob wir die Bilder persönlich dorthin bringen sollten..... ??. Und wenn man seine Bequemlichkeit berücksichtigt (Urlaub machen findet er nämlich ganz doof, zuhause ist doch alles angenehmer und da weiß man, wo alles ist und und und....) und zugegebenermaßen auch seinen gesundheitlichen Zustand (er muss ja täglich 16 Tabletten schlucken und alle 2 Wochen zum Einstellen der Medikamente zum Arzt), dann kann man sich in etwa vorstellen, dass es ihn sehr bewegt.

Aber auch die Geburt seines jüngsten Enkels Anfang Dezember hat ihn ähnlich gefreut und er hat sogar kurz die Überlegung angestellt, nach München umzuziehen, um ihn aufwachsen zu sehen und den guten Großvater zu geben (hat er nämlich bislang auch noch nie gemacht) - Alter macht wohl doch ruhig und weise. Aber letztendlich siegt siehe oben.....

Ich werde von allen weiteren Überlegungen berichten.

Bis demnächst
Erika

Ach ja, der Deal mit ARS MUNDI ist über die Bühne gegangen und seine Bilder jetzt im neuen Katalog zu finden. Aber bitte nicht über die Bild-Beschreibungen schmunzeln, sie sind Kataloglyrik des Verkäufers.

 

 

29. Dezember 2011

Hallo Leute,

der Verlag "ars mundi", Hannover, hat bei Max angefragt, ob er zwei Motive in seinen neuen Katalog aufnehmen darf. Der Verlag will jeweils 199 Stück drucken und von Max handsigniert und nummeriert verkaufen. Mal sehen, ob sich das lohnt. Hier die zwei Motive. Der Verkaufspreis ist mir noch nicht bekannt.

  

Die Originale sind aber beide in unserem Besitz.

Generell bin ich ganz froh, wenn mir jemand die Druckerei abnimmt. Max macht ja Vintages für den kleinen Geldbeutel, die wir dann hübsch gerahmt anbieten. Das sind kleine Digitalabzüge (etwa 30x40cm) auf Papier auch von schon verkauften Originalen. Wenn wir also damit nichts mehr zu tun hätten, sondern der Verlag das übernähme, wären wir nicht unglücklich.

Überhaupt, wir werden älter und sind nicht mehr so hinter jeder Mark her. Wir haben ja unsere Rente und wollen mehr einfach so vor uns hinleben, als uns in der Druckerei abzuplagen. Das gilt leider auch für Aufträge. Max macht keine Aufträge mehr, sondern malt (sehr bedächtig und langsam) nur noch das, was er selbst malen will. Er schreibt übrigens auch nicht mehr so viel. Das Büchermachen hat sich überhaupt nicht gelohnt. Insgesamt wurden von seinen sechs Büchern etwa 2000 Stück verkauft, dabei von einzelnen nur zwei oder zehn, von anderen etwa 1000 oder 500. Bei den meisten Büchern stellten die Druck- und Vertriebskosten den Gewinn in einen sehr dunklen Schatten.

Was nur wenige von unseren Kunden wissen: Die Abdruckrechte der Bilder verbleiben auch bei dem Verkauf eines Originals bei Max, beziehungsweise bei mir, wenn nichts anderes ausdrücklich schriftlich ausgemacht wurde. Wenn ein Kunde also uns die Abdruckrechte streitig machen will, muss er etwas Schriftliches von Max vorweisen, dass er (der Kunde) die Abdruckrechte besitzt. Der bloße Kauf des Originals genügt nicht als Nachweis.

Da Max mir die Abdruckrechte von allen seinen Bildern geschenkt hat, muss der Kunde also in Zukunft ein Schriftstück von mir vorweisen, wenn er die Abdruckrechte haben will. In diesem Schriftstück muss ausdrücklich stehen, dass die Abdruckrechte an den Kunden verkauft wurden. Eine Rechnung, dass das Original gekauft wurde, genügt nicht.

Grüß Euch, bis zum nächsten Mal

Erika

 

 

4. August 2011

Hallo Freunde, langsam bin ich wieder mobil!

Es ist so viel liegengeblieben in all den Wochen.

Letzte Woche hatten wir Besuch von einem guten Bekannten (gut nicht nur, weil er immer wieder Bilder von Max gekauft hat) aus Kehl; er ist zwar bereits über 80 Jahre alt aber er kann sich so in Begeisterung reden, dass man einfach mitgerissen wird. Er liebt seine Stadt, er hat auch schon zwei oder drei Heimat-Bücher veröffentlicht mit interessanten verlegerischen oder herausgeberischen Perspektiven: In einem z.B. sagen bekannte, aber auch schon ältere Kehler, wie es gekommen ist, dass sie sich in Kehl niedergelassen haben. Und in seinem jetzt geplanten Buch geht es um die "Faszination Straßburg". Es sollen auch Texte und Bilder von Max in diese neuen Anthologie aufgenommen werden, die Familie Köhler hat ja in Kehl einige Jahre gelebt und Max zieht es auch heute ab und an dorthin.

Tschüß für heute

Erika

 

Donnerstag, 21. Juli 2011

Tja Leute,

heute mal keine so guten Nachrichten. Langsam können wir unser Haus in ein Lazarett verwandeln.

Max hatte im Juni im Anschluss an meinen Unfall (ich konnte gerade erste Schritte mit Krücken machen, komme gleich drauf) eine Lungenentzündung (natürlich auch eine Folge seines schwachen Herzens) und musste ins Krankenhaus. Dabei wurde festgestellt, dass er auch noch an Vorhofflimmern des Herzens leidet. Dieses "Ereignis", wie sein lieber und kompetenter Herzarzt das nennt, beschäftigt ihn natürlich sehr und er sieht seine Zukunft in schwärzesten Farben. Und vor allem seine Laune sinkt in den Keller, weil diese Situation bedeutet: er muss jede Woche zum Arzt, bis seine Medikamentierung  umgestellt ist! Und wer ihn kennt, weiß, was das bedeutet – Abhängigkeit! Planen! Termine! Bisher undenkbar, aber er nimmt alles sehr ernst und hält sich tapfer. Zum Glück kann ich inzwischen wieder einigermaßen (mit 2 Krücken) gehen.

Und nun zu meinem Unfall: Meine Eltern (86 und 88 Jahre alt) mussten in ein Seniorenheim umziehen, die Pflege und Versorgung war zuhause in Schweinfurt so nicht mehr zu leisten. Der Haushalt wurde aufgelöst und ich habe einige Erinnerungsstücke mit nach Schutterwald gebracht. Beim Hinaufstemmen von Teilen auf den, badisch "Bühne" genannten, Speicher (ein Bretterboden auf halber Höhe im Schuppen), bin ich wohl ausgerutscht und von der Haushaltsleiter (nur 4 Stufen!) gefallen. Mehrfache Trümmerbrüche an Arm, Bein und Fuß waren die Folge. Das war Ende März. Bis heute laboriere ich an den Folgen, kann kaum laufen, nicht mal handschriftlich schreiben, das muss ich erst wieder  lernen. Zum Glück gibts den PC.

Lieben Gruß Erika

 

Montag, 14. Februar 2011

Hallo Leute,

in der Februar-Ausgabe von „Lisa“, einem Burda-Magazin, ist ein Bollenhut-Bild von Max als Wohnzimmer-Dekoration zu sehen. Wie die zuständige Redakteurin ganz begeistert berichtet, gab es viele Anfragen, wer wohl der Schöpfer dieses Bildes sei. Eine Freundin von uns, die das Bild gekauft hat, arbeitet als Dekorations-Designerin für Burda und hat es für eine Wohnzimmer-Einrichtung verwendet. Diese Designerin ist die Frau eines Zahnarztes, stammt aus Hofstetten, und ist eine begeisterte Anhängerin seiner Schwarzwald-Bilder.

Überhaupt melden sich viele Schwarzwälderinnen, die heute fern vom Schwarzwald leben "müssen", sage ich mal etwas traurig und zugespitzt, und bestellen Drucke von den Bollenhut-Bildern. Sie sollen wohl nicht nur das Heimweh mildern, sondern in der Fremde zeigen, wie schön die Schwarzwälderinnen und der Schwarzwald sind.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, das Maxens Bilder als Dekoration genommen werden. Ich habe viele Prospekte und Kataloge bis hin zu Kochbüchern, in denen seine Bilder als Hintergrund „bella figura“ machen - so nach dem Motto: Qualität zu Qualität, Schönheit zu Schönheit - und ganz allgemein den Stil der Lebensführung zeigen sollen.

Genug des Lobes, Max ist sowieso schon eingebildet genug. Im Grunde schwebt er immer in anderen Regionen. Manchmal beneide ich ihn um seine Fähigkeit, die Wirklichkeit zu ignorieren. Man könnte ihn in einen Misthaufen setzen (und wirtschaftlich gesehen, sind wir da schon oft drin gewesen), er würde nur flüstern: Ach wie schön ist das doch alles.

Dazu passt, dass er sich stundenlang den Song „Over the Rainbow“ von dem Hawaianer Israel Kamakawiwo Ole anhört. Wenn er damit durch ist, kommen „Fivehundret Miles“ und die Kelly-Family dran. Er hat keine Angst vor Kitsch. Wer sagt überhaupt, was Kitsch ist? Max hört nicht auf andere, schon gar nicht auf die „Meinungsmacher“ in den Feuilletons. Wer wird denn überhaupt Kritiker oder Meinungsmacher? Doch nur, wer es auf künstlerischem Gebiet zu nichts gebracht hat, obwohl er es versucht hat. Nun pochen diese Kritiker auf ihren Geschmack, der ja schon kräftige Niederlagen erlitten hat. Das geht so nach dem Motto. "Ihr versteht eben diese Kunst nicht. Auch ich wollte diese neue Kunst machen."

Mal ganz allgemein: Moderne Kunst ist zu verkopft, zu theorielastig. Da bleibt das Gefühl für Schönheit auf der Strecke. Ich gebe gerne zu, dass sich Wahrheit und Schönheit oft ausschließen. Aber die Sehnsucht nach Schönheit ist auch eine Wahrheit, oder nicht? Schreibt mir mal.

Grüß Euch, Erika

 

 

Dezember 2010

Die „Dia-Malerei“

Immer wieder Thema bei unseren Kunden, Freunden und vor allem Kritikern und empörten Widersachern ist die Gewohnheit von Max, seine Bildmotive erst mit Diafilm zu fotografieren, dann die Dias auf die Leinwand zu werfen und die Linien zu kopieren. Wobei das nicht ganz stimmt. Er orientiert sich nur an diesen Linien, verlässt sie je nach Gusto früher oder später, um seine eigene Version des Motivs darzustellen. Beweis: Niemand kann im Ernst glauben, dass es so überirdisch schöne Frauen im Kinzigtal gibt, wie Max sie gemalt hat, und doch sind diese Gemälde von Bollenhutträgerinnen nachweisbar nach Fotos von sehr jungen Gutacher Trachtenträgerinnen entstanden, die bei einer Konfirmationsfeier zusammenkamen. Diese jungen Trachtenträgerinnen sehen aber ganz anders aus, als sie später auf den Gemälden zu sehen sind. Also: Entweder malt Max sklavisch Fotos nach (wie etwa Jan Peter Tripp im Elsass), oder er fügt diesen Fotos etwas hinzu, das offensichtlich nicht auf diesen Fotos zu sehen ist (er hat also nach Bundeskanzler Schmidt Visionen, ohne deshalb zum Arzt zu gehen, er zieht es offensichtlich vor, diese Visionen zu malen).

Spricht man Max daraufhin an, gibt er alles zu, verteidigt sich nicht wie z.B. oben in den letzten Sätzen beschrieben. Ich habe ihn mal gefragt, warum er sich nicht wehrt, sondern immer wieder offen wie neulich im Fernsehen nur darüber spricht, dass er nach Dias malt und die Linien der Dias nachzieht. Er hat geantwortet, dass er an dieser Kritik nur sieht, dass die Kritiker nichts von Malerei und Kunstgeschichte verstehen. Im Stillen teile er seine Kritiker sozusagen in Kunstsachverständige und Laien ein. Die Praxis des "Nach-Dias-malen" sei in der Malerei mit der Camera Obscura seit Jahrhunderten üblich. Das wisse doch jeder, der sich mit Kunst und Bildern beschäftige. Das Triumphgeschrei derjenigen, die glauben, einen Maler "ertappt" zu haben, offenbare nichts weiter als Unkenntnis.

Es gäbe noch viel mehr Tricks, sagt Max, derer sich die Maler bedient haben und noch bedienen. Sie alle aufzuzählen würde wie eine billige Verteidigung aussehen. Und wie er anhand der Kritik an seiner Dia-Malerei sähe, würde diese Aufzählung der Hilfsmittel (z.B. Perspektivgitter, Storchenschnabel, Gliederpuppe) bei den Kunstfans nur Enttäuschung hervorrufen.

Jeder Beruf habe solche Tricks, meint Max. Und ich denke auch: Der Erfolg des Enthüllungsautors Wallraff beruht zum großen Teil darauf, dass er solche berufsspezifischen Tricks, oder besser gesagt, solche beruflichen Hilfsmittel, wie etwa die, dass Rechtsanwälte in Briefen mit den immer gleichen Textbausteinen arbeiten, ganz egal, wie ihre Fälle aussehen, dass er solche Hilfsmittel auch berufsfremden Laien verraten hat. Und Wikileaks ist dabei, solche "beruflichen Hilfsmittel" oder "Eigenheiten" im großen Stil zu verraten.

Max sagt, jeder möge nur mal in seinem eigenen Beruf nach solchen Hilfsmittel fahnden. Ich meine, da sieht es schlecht aus, denn den meisten sind diese berufsspezifischen Hilfsmittel, oder sagen wir besser, ihr berufliches Know how, derart in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie es gar nicht mehr reflektieren können. Man spricht auch nicht gerne darüber, auch nicht bei der Lehrlingsausbildung, weil man diesen Berufs-Vorteil für sich selbst wahren will. Man hält seine Hilfsmittel wahrscheinlich für persönliche Errungenschaften und ahnt nicht, dass andere auch schon längst darauf gekommen sind. Hier ist das Konkurrenzdenken so stark ausgeprägt, dass man die Religionshüter mal darauf aufmerksam machen sollte. Dieses Denken, oder besser gesagt: dieser Unwillen, Wissen weiterzugeben, scheint der Allgemeinheit zu schaden. Es gehört vielleicht auf die Liste der religiösen Pflichten, oder umgekehrt müsste die fehlende Bereitschaft, sein ganzes berufliches Wissen vollständig weiterzugeben, getadelt werden.

Nun, sei dem, wie es wolle, auf jeden Fall aber wünsche ich Euch allen: fröhliche Weihnachten! Wir erinnern uns an Weihnachten, dass Christus uns sein Know how verraten hat.

Herzlichst Erika

 

 

2.12.10

In Wikipedia

Seit einiger Zeit gibt e seinen Artikel bei Wikipedia über Max. „Ja aber, in Wikipedia kann man sich doch selber setzen!“, höre ich oft. Ja, kann man, haben wir aber nicht. Eines Tages war Max einfach drin. Wir wissen nicht, wer es war, beziehungsweise die Autorennamen sind oft Pseudonyme und sagen uns nichts. Wir haben dann nur einige Fehler korrigiert und wollten die Literaturliste um die Überschriften aller Zeitungsartikel ergänzen, die über Max erschienen sind. Sie wurden alle abgelehnt und wieder herausgenommen. Wir rätselten lange, warum das so ist. Bis wir draufkamen: Es wurden nur solche Berichte übernommen, die im Internet beweisbar waren. Alles andere wurde ausgemerzt. Also Artikel, die nicht im Internet  nachprüfbar sind, gelten bei Wikipedia nicht. Es gibt bei Wikipedia anscheinend einige Oberkorrektoren oder Lektoren oder Redakteure, die über die Einhaltung bestimmter Sitten wachen. (Oder es sind Automatismen der Rechner).

Liebe Grüße, Erika

 

 

6.11.10

Hallo Leute,

oft herrscht Verwirrung über meinen Namen: Ist sie nun Frau Köhler, die Ehefrau von Max Köhler, oder heißt sie Erika Hansen-Lorenzen. Beides stimmt. Wir haben vor fünf Jahren , nach fast 20 gemeinsamen Jahren ohne Trauschein, geheiratet, aber es wären so viele Änderungen nötig gewesen und alles hätte Geld gekostet. So heiße ich also weiter Erika Hansen-Lorenzen und bin die Ehefrau von Max Köhler. Ihr könnt mich natürlich der Einfachheit halber auch Frau Köhler nennen.

Die Galerie, die wir in Scheune und Stall unseres Bauerhofs installiert haben und die momentan ausschließlich Gemälde und Drucke von Max Köhler verkauft, heißt Galerie Hansen. Dass dem so ist, hat gute Gründe. Wir haben vor Jahren beschlossen, dass ich mich dem Verkauf widme, weil ich nicht so ungemütlich zu Kunden bin wie Max. Ihr habt ihn ja sicher alle schon mal in seiner „Künstler-Manier“ erlebt: entweder in seiner Welt und nicht bei der Sache, oder so überdreht, dass er keine Grenzen kennt. Ein Kunde hat mal gesagt, er schießt gerne übers Ziel hinaus, leider trifft er dann auch schon mal und verärgert jemanden. Doch das ist wirklich nie böse gemeint, es entspricht dann einfach seiner momentanen Stimmung.

Na ja, Künstler eben.

Seid froh, dass Ihr keinen im Haus habt.

Erika

 

 

25. Oktober 2010

Liebe Freunde,

ich habe dem neu eingerichteten "Löwen" in Lahr ein paar Bilder gegeben. Architekt Grossmann, der den "Löwen" gekauft hat, hat mich den neuen Wirten, die aus meiner alten Heimat Franken und recht nett sind, empfohlen. Die Bilder sind aber nicht ewig zu sehen. Sie sind nur geliehen, damit der neue "Löwe" zur Eröffnung nicht so kahl aussieht. In 14 Tagen hol ich sie wieder ab. Wer also gut italienisch essen und neue Bilder von Köhler gucken möchte, ab nach Lahr in den "Löwen" (neben dem alten roten Rathaus, das jetzt "Kulturrathaus" heißt, und der Produzenten-Galerie "L'art pour Lahr"). Bon appetit!

Im Hotel "Dollenberg" hängen auch ein paar Bilder von Max. Der Hotelbesitzer Meinrad Schmiederer hätte sie schon zehnmal verkaufen können. Er will aber nicht. Er will sie behalten. Ab und zu kommt ein Hotelgast zu uns nach Schutterwald runter und guckt sich weitere Bilder an. Gerne. Die Galerie ist selbstverständlich offen, wenn ich auch im Moment nicht so gut drauf bin, weil ich mich um meine kranken Eltern kümmern muss.

Habt Ihr auch die Wiederholung der Fernsehsendung von Hansy Vogt mit Max gesehen? Die Resonanz war enorm. Es gucken doch mehr Menschen das Dritte als man glaubt. Ich erinnere mich oft an diesen Drehtag, es war ja das erste Mal (den 2. Fernsehauftritt vergesse ich lieber, da war Max nämlich so ein echt launischer Künstler). Gefühlte 30 Fernsehleute trampelten im Atelier herum, Max musste malen und ich assistieren (ich hatte meinen schönsten Hosenanzug an, der durch die Hektik dann auch Spuren, sprich Farbe abbekam), Kaffee kochen usw. Nach dem Dreh (erst waren wir ja vor Ort im Schuttertal, dort war’s ganz schön kalt; dann ab nach Schutterwald (und hier die Technik aufgebaut und abgedreht. Alles in Allem waren es vielleicht 6 Stunden – für einen Beitrag von vielleicht 10 Minuten!), habe ich dann alle verköstigt. Schnell Tische zusammenstellen, für so viele Menschen mussten wir Stühle vom Speicher holen (und abwaschen), weil wir nicht so viele unten hatten, doch es war ein netter Abend, denn die Redakteure, Kameraleute, Assistenten und die von der Maske sind während eines Drehs sonst immer im Hotel - und da ist es wahrscheinlich nicht so persönlich. Viel Stress für mich, aber natürlich: Ein Fernsehbericht über Max ist immer gut für die Publicity.

Viele wollten wissen, wie diese Fernsehsendung eigentlich zustande kam (vielleicht, weil sie selbst ins Fernsehen wollen?). Also, es war so wie immer: Zufall. Es war im Sommer vor zwei Jahren. Oder vor drei? Weiß ich nicht mehr so genau. Der zuständige Redakteur für die "Sonntagstour" mit Hansy Vogt war in Urlaub. Ihn vertrat ein Redakteur aus Stuttgart. Der Termin für die Sendung über die Ortenau stand an. Der Stuttgarter Redakteur hatte keine Ahnung, wer in der Ortenau was macht. Die "Sonntagstour" bringt ja immer alte Berufe usw. Der Redakteur ging also zu Landrat Brodbeck und fragte ihn unter anderem auch, ob es nicht einen alten, "richtigen" Schwarzwaldmaler in der Ortenau gäbe. Brodbeck, der Max Bilder mag, wie aus der Pistole geschossen: Max Köhler in Schutterwald. Da hat der Max aber Glück gehabt. Und ich mit meiner Galerie natürlich auch.

Es grüßt Euch Erika

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